Black Alice hat geschrieben: ↑Mittwoch 21. Januar 2026, 17:45
Naja, was richtig oder falsch ist, das richtet sich nach der Weltanschauung. Sicher, das Töten dürfte nach allen Weltanschauungen falsch sein. Aber alles andere ist durchaus verhandelbar.
Meinung - und konform mit EINER philosophischen Schule:
Wie erklärst Du Dir dann Weltanschauungen, die die Todesstrafe als gerecht ansehen - und das nicht einmal nur nach dem Talionsprinzip? Also das, was sich in „Auge um Auge“ niederschlägt: Strafe und Unrecht sollen verhältnismäßig sein.
Richtig und falsch sind weitestgehend soziale Konstrukte. Grundsätzlich einfach als solche identifizierbar, wenn man eine Kultur findet, in der eine solche Regel nicht gilt - oder gar umgekehrt wird.
Ab da driftet es in die Biologie und angeborene Instinkte ab - und die Frage, wie universell solche Instinkte sind. Sprich: ob sie tatsächlich für alle Spezies gelten. Nur dann kämen sie wirklich als universell und objektiv in Betracht.
Geht man da so heran, zerbröselt das gesamte Konstrukt.
Nur ein soziales Zusammenleben ist so nicht möglich.
Objektiv wird es dadurch immer noch nicht - aber es entstehen kulturelle Konventionen. Die haben ihre Berechtigung - aber universell sind sie nicht.
Nun wird es aber etwas komplexer - denn Kulturen existieren bis auf wenige Ausnahmen nicht mehr isoliert und interagieren.
Damit Kulturen koexistieren können, muss es auch zwischen ihnen Konventionen geben. Nur sind sie auch dadurch nicht objektiv.
Nur das, worauf man sich einigt - und woran man vielleicht sogar glaubt.
Es ist nicht die Frage, ob es objektiv und universell ist - nur, ob es eine (hinreichend) gemeinsame Basis ist