Evanahhan hat geschrieben: ↑Freitag 16. Januar 2026, 14:34
Ich fand die Diskussion eigentlich interessant. Ja, hitzig, aber gehaltvoll. Nur eben von unterschiedlichen Standpunkten aus. Und genau deswegen fand ich sie horizonterweiternd. Wenn sich alle gegenseitig bestätigen und auf die Schultern klopfen, ist der Erkenntnisgewinn auch nicht wirklich hoch. Da sind mir gegensätzliche Positionen schon mal interessanter.
Eben. Sparring kann ich viel abgewinnen - solange der Respekt vor dem anderen bleibt.
Den habe ich nicht mehr gesehen.
Vermutlich hat diese Erschöpfung dann zu Resignation und unsachlichen persönlichen Argumenten auf beiden Seiten geführt. Tatsächlich fand ich es schade, dass Graphiel dann nicht mehr „gegen ein Weltbild“ aus dem „neoliberalen Lehrbuch“ argumentieren wollte, was für mich genauso unsachlich ist wie „zu laut“.
Ernst gemeinte Frage: wo habe ich unsachlich argumentiert?
„Zu laut“ bezieht sich nicht auf seine Argumente, sondern den unsachlichen Stil - und ich denke, ich habe durchaus das Recht, eine Grenze zu ziehen. Welche Alternativen siehst Du da?
Auf der Sachebene diskutiere ich gerne weiter - aber bei Feindbildprojektionen bin ich raus.
Im Übrigen sind es keineswegs Argumente aus dem Neoliberalen Lehrbuch. Es sind keine aus SEINEM Lehrbuch, das räume ich ein. Aber das macht alles andere nicht automatisch neoliberal. Siehst Du, worauf das hinaus läuft? „Wer nicht genau so denkt wie ich, ist ein…“.
Damit habe ich
allerdings ein erhebliches Problem.
Tatsache ist, dass sich im neoliberalen Lager viele Juristen und solche mit meinem eigenen Hintergrund tummeln und aufgrund ihrer Ausbildung auf entsprechendes Fachwissen zurückgreifen.
Das kontaminiert diese Ausbildung aber nicht.
Sich außerhalb der Grenzen einer speziellen Wirtschaftstheorie zu bewegen bedeutet nicht, deshalb genau der diametral entgegengesetzten zu folgen.
Marxismus und Neoliberalismus sind nicht die einzigen Denkschulen der Wirtschaftstheorie. Und man muss sich selbst nicht einmal überhaupt einer davon anschließen. Jede hat ihre Grenzen.
Und genau deshalb verorten ich mich in keiner davon - weil jede davon
Also ich finde, es sind schon andere Diskussionen schlimmer eskaliert als diese hier.
Deshalb auch der Abbruch.
@Archy
Indem er meine Argumente als kapitalistisch und neoliberal framed, assoziiert er mich selbst damit und versucht mich so in diese Ecke zu drängen. Die aggressive Polemik und den Sarkasmus kannst Du nicht übersehen haben.
Würde ich dieselben Stilmittel verwenden, bin ich absolut sicher, dass Du mich dafür kritisieren würdest.
Ich werde mich nun ganz bestimmt nicht auch noch dafür verteidigen, seinen Stil als unangemessen zu betrachten.
Wie gesagt: mit seiner Rhetorik können Diskussionen nur eskalieren.
Oder wie stellst Du Dir eine sachliche und konstruktive Fortsetzung vor?
Kannst Du mir aggressive Rhetorik vorwerfen?
Ja, Graphiel kann zurückrudern und Fehler eingestehen - sofern sie sich innerhalb seines Modells und Rahmens bewegen.
Ich kann Dir nun darlegen, wo sein Stil in schwarze Rhetorik (edit: das heißt wirklich so. Wortspiel nicht beabsichtigt, aber die Situationskomik hat was) abgleitet und sachliche Erwiderungen durch einen normativen Rahmen und Framing ins Leere laufen lässt. Wie würdest Du darauf reagieren?
Ich bin ziemlich sicher, dass ich dabei auf Abwehr und unbedingte Verteidigung stoßen würde. Dass eine Analyse herablassend und arrogant wirken würde - ganz egal, wie fundiert sie wäre.
Würdest Du etwas anderes als ein vollständiges Zurückrudern anerkennen? Das wäre nicht souverän und beliebig.
Jede Alternative muss wahlweise als Sturheit, Arroganz, Pseudointellektualität, Herablassung oder Infantilität aufgefasst werden.
Selbst diese Prognose führt zum selben Ergebnis.