SchwarzPoet hat geschrieben: ↑Donnerstag 15. Juni 2023, 13:59
@Phönix75
Sagen wir mal so, da du ja sagtest, dass du einige Aussagen von ihr für gut befindest. Sahra Wagenknecht spielt Fähnchen im Wind, sie im Grunde mit:
-Verschwörungstheoretikern
- Stalinisten
- Rechten, unter anderem der AfD
- und "potentiellen" sozialistischen Diktatoren/ Imperialisten, wie Putin
politisch kuschelt und sich von diesen solange ausnutzen lässt, bis sie keinen Vorteil mehr darin sieht.
Der Hass auf Amerika rührt dabei bei ihr daher, dass sie den Amerikanern am Tod ihres Vaters die Schuld gibt.
Warum hab ich jetzt von dir nichts anderes erwartet? Das ist der gröbste Unsinn, der immerwährend von den Mainstreammedien verbreitet und von dir 1:1 wiedergekäut wird. So diskreditiert man Menschen. Ich konnte in keinen Aussagen von ihr Hass auf Amerika vernehmen. Sie ist amerikakritisch eingestellt. Natürlich! Und das garnicht ohne Grund. Ich glaube, über die Gründe müssen wir garnicht groß streiten. Wieviele Kriege und Kriegsverbrechen hat Amerika vom Zaun gebrochen und begangen? Keinen Deut besser als Russland und deren Interventionen in ehemaligen Sowjetrepubliken. Das ist das Grundverständnis, wenn man links ist, dass man für Frieden steht und somit alle Kriegstreiber auf der Welt verurteilt. Das sollte eigentlich klar sein. Man kann den einen nicht in Schutz nehmen und den anderen verurteilen, wenn sie im Grunde dasselbe tun.
Wenn du das Video aufmerksam gesehen hättest, distanziert sie sich mehrfach von Nazis und Rechtsradikalen. Und du hast auch mitbekommen, dass sie niemals auf der Bühne mit AfD Leuten oder anderen Rechtsradikalen gestanden hat. Dir sollte klar sein, dass man auf Demonstrationen niemanden ausschließen kann, weil er vielleicht rechtsradikales Gedankengut in sich trägt!? Das ist keine geschlossene Veranstaltung, bei dem es einen Einlass gibt. Manchmal frage ich mich, ob logisches Denken mittlerweile nicht mehr üblich ist und man sich nur noch von Einheitsmeinungen berieseln lässt? Das Gleiche gilt für Verschwörungstheoretiker. Ich möchte gern eine Demo erleben, die du organisierst, bei denen du guten Gewissens sagen kannst, "Hier waren nur Leute, die meiner Meinung sind und meiner Ideologie folgen." Was ist das für ein verengtes Weltbild? Den Rest erspar ich mir, weil das genauso ein Unsinn ist. Heutzutage scheint es verwerflich zu sein, für Frieden einzutreten. Über das wie, kann man jederzeit streiten.
Ich kann auch deshalb Frau Wagenknecht viel abgewinnen, weil ich ein ähnliches Gefühl zur damaligen DDR-Zeit, der Wende und dem Danach hab. Ihre Einschätzung deckt sich sehr mit meiner. Das können viele Westdeutsche bis heute nicht verstehen.
Und sie als Fähnchen im Wind zu bezeichnen entbehrt nun wirklich jeder Realität. Man sieht nur wenige Menschen, die so vehement ihre Überzeugungen in alle erdenkliche Kanäle tragen, wie sie. Wirkliche Fähnchen im Wind gibt es in der politischen Landschaft ohne Ende. Bestes Beispiel sind die Grünen.
SchwarzPoet hat geschrieben: ↑Donnerstag 15. Juni 2023, 13:59
Was die Politik linker Parteien angeht, wozu unter anderem die Linke und ursprünglich auch die SPD zählen, hat das für mich nicht mehr viel bis gar nichts mehr mit links sein zu tun. Viel zu verwässert und teils sich auch indirekt den Rechten annähern, einfach nur widerlich. Das hat man ja auch bei den Demonstrationen gegen die Coronamaßnahmen gesehen, wie Linke, Verschwörungstheoretiker und Rechte miteinander demonstriert haben, als wären sie beste Freunde. Sorry, auf sowas kann ich gar nicht.
In diesem Falle trifft mein oben Geschriebenes ebenfalls zu. Es gibt weder eine Gesinnungspolizei (zum Glück), noch einen Dresscode oder irgendein anderer Schwachsinn auf eine Demo. Im engsten Sinne, nennt sich das Versammlungsfreiheit. Wer sich da versammelt und warum, ist in dem Falle unbeeinflussbar. Sollte man denn deshalb nicht mehr demonstrieren, weil es sein könnte, dass mir nicht genehme Leute da auftauchen? Hast du das Video und die Argumentation wirklich nicht gesehen oder verstanden? Es wird nur deutlich überzogen von den Medien dargestellt. Unliebsame politische Gegner wurden schon immer von den Medien diskreditiert. Und wenn nur ein einziger Rechtsradikaler auf einer linken Demo auftaucht, dann ist das eine Schlagzeile wert und wird völlig überzogen dargestellt.
SchwarzPoet hat geschrieben: ↑Donnerstag 15. Juni 2023, 13:59
Links ist in vielen Fällen leider nicht mehr links und Marx und Engels würden sich heutzutage im Grabe rumdrehen, wenn sie mitbekommen würden, was aus ihrem Lebenswerk, korrupter Weise gemacht wurde. Marxismus ist was ganz anderes als Sozialismus oder Stalinismus, oder (Achtung neu von mir erdachter Begriff) Putinismus. Alles drei ist ne Perversion dessen, was ursprünglich damit erreicht werden wollte.
Das ist meine Meinung,... keine Ahnung ob das mehr deiner Vorstellung dessen entspricht, was du erfahren wolltest.
Gruß
Marx hat aber eben nur Theorien aufgestellt, die man gut finden kann oder eben nicht. Das haben andere wichtige Leute in der Geschichte auch. Ein reiner Marxismus/Leninismus ist sicher genauso unpraktikabel, wie es reiner amerikanischer Turbokapitalismus ist... den es gilt abzulehnen. Das führt zu Ungerechtigkeiten auf der Welt, die man niemals wieder rückgängig machen kann und natürlich zu Kriegen aus reiner Profitgier (Bodenschätze etc.).
Sozialismus im weiteren Sinne war sicherlich nicht das Schlechteste. Man hat das System aber auch nur für eigene Zwecke missbraucht und war garnicht so sozial zur Bevölkerung. Falls es nicht ersichtlich ist... in Sozialismus ist das Wort "Sozial", was per se ja etwas Gutes ist und einer der linken Eckpfeiler.
Meine Vorstellungen spielen keine Rolle und ich will auch garnicht mit dir einer Meinung sein, dich bekehren oder sonst was. Höchstens dazu aufrufen, dass man mal genauer hinschaut, seine eigene Denke anwirft und vorallem, sich aus seiner Blase bewegt. Denn wer nur dem Parabelritter vertraut und konsumiert, bewegt sich ebenfalls in einer Blase.
Und wenn ich dich richtig verstehe, bist du eigentlich gegen alles was sich selbst derzeit als links bezeichnet und fühlst dich bei keiner Partei gut aufgehoben?!? Zumindest kommt das so an.
Hinzugefügt nach 24 Minuten 30 Sekunden:
Evanahhan hat geschrieben: ↑Donnerstag 15. Juni 2023, 15:36
Links bedeutet für mich in erster Linie, den Fokus auf den Menschen zu legen und sicherzustellen, dass jeder ein menschenwürdiges Dasein hat. Also die Bekämpfung von Armut und die Ansicht, dass der Stärkere dem Schwächeren helfen muss, daher eine Umverteilung von oben nach unten. Letztlich geht es um soziale Gerechtigkeit.
Nun ist die Welt leider sehr komplex und Idealismus kollidiert mit der Realität, daher gibt es auch sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, wie man eine gerechte Welt realisieren könnte, und selbst die Frage, was überhaupt gerecht ist, wird sehr unterschiedlich beantwortet.
Manch einer findet es für eine gerechte Welt zwingend notwendig, dass zB die Sprache „gerecht“ ist und alle Geschlechter gleichermaßen anspricht. Viele andere sind einfach nur genervt von den resultierenden Sprachanpassungen und sehen darin keinen Gewinn für die Gesellschaft.
Absolut d'accord. Der Kapitalismus hat eigentlich nur zum Nachteil gereicht, dass eine Art Ellenbogengesellschaft entstanden ist, wo sich jeder der Nächste ist. Geld ist wichtiger, als der Mensch. Ich hatte mir gestern mal eine Doku über KI und die dahinterstehenden Unternehmen und Personen angeschaut. Da gruselt es mich wirklich. Da haben einzelne (superreiche) Menschen bald soviel Macht, die nicht mehr kontrolliert werden kann... mal davon abgesehen, dass KI an sich unkontrollierbar werden kann.
Evanahhan hat geschrieben: ↑Donnerstag 15. Juni 2023, 15:36
Die Frau Wagenknecht fand ich früher mal ganz gut. In vielem, was sie sagte, hab ich durchaus zugestimmt.
In der Corona Debatte hat sie dann allerdings häufiger unter Beweis gestellt, dass sie von medizinischen Themen und Statistiken nicht viel versteht. In Bezug auf Russland hat sie sich auch recht deutlich verschätzt. Daher nervt sie mich im Moment hauptsächlich. Wenn sie mal wieder klügere Sachen von sich gibt, bin ich aber immer offen für gute Argumente, die mir eine neue Sichtweise ermöglichen.
Na klar ist Frau Wagenknecht streitbar. Gerade was ihre Friedensbemühungen in der Ukraine angeht, zum jetzigen Zeitpunkt, bin ich nicht überein mit ihr. Aber ich bin auch zwiegespalten, was es bedeutet, wenn der Krieg außer Kontrolle gerät. Das können wir nicht abschätzen. Immerhin ist Russland eine Atommacht und wenn sich ein "angeschossener" Diktatur in die Enge gedrängt fühlt, dann kann das schnell unkontrollierbar werden.
Was die Coronathematik angeht, so bin ich absolut ihrer Meinung. Bei vielen Sachen wurde nachträglich auch zurückgerudert und hat gesagt, dass das völlig überzogen war. Vorallem was die "Isolation" der Kinder in ihren psychosozialen Aspekten angeht... so hat man einiges an Schaden angerichtet. Und genau das kritisierte sie. Das man dort hätte anders reagieren müssen, vor allem vor dem Hintergrund, dass man nach dem ersten Jahr Corona schon einiges an Wissen hatte. Was die Verunglimpfung von Ungeimpften angeht... ja, das war so. Ich hab selbst solche dämliche Sprüche eingesteckt (auch wenn ich mich einmal impfen lassen hab). Verantwortlich gemacht zu werden, weil es in Deutschland Corona gibt... naja... wenn man Schuldige sucht, dann findet man immer welche. Und die Panik, Angst und Hysterie die von Politik und Medien verbreitet wurde, hat sich auf viele Menschen niedergeschlagen... das hatte nichts mit links und Freiheit zu tun. Deswegen bin ich immer erstaunt, dass Leute, die von sich behaupten links zu sein, sich mit dem Komplettpaket der Maßnahmen und dem Agieren der Politik und der Medien anfreunden konnten. Aber heute spricht keiner mehr drüber.

Nichts ist so, wie es scheint.