Bloody Arthur hat geschrieben: ↑Montag 4. Juni 2018, 22:41
Ist es nicht auch so das versucht wird, und es auch funktioniert, Saatgut so zu züchten das man aus der Ernte kein neues Saatgut ernten kann, sondern nur für das eigentliche Produkt verwenden kann?
Meinst Du diese
GURT-Geschichte? Theoretisch ist da was dran, aber ob die je zugelassen werden ist zu bezweifeln. Wenn schon Freiland-Versuche damit verboten sind ...
Das Ganze ist eh von Art zu Art unterschiedlich, man kann ja nicht alle Pflanzen in einen Topf werfen. Viele Obstsorten sind z.B. steril, was aber auf konventionellem Wege erreicht wurde (Polyploidie und solche Späßchen) und was auch ziemlich egal ist, da die Bäume eh über Stecklinge vermehrt werden. Und man muß zwischen Subsistenzwirtschaft (also kleinen Bauern, die wirklich nur zum Selbsterhalt arbeiten - die gibt's in D ja eh so gut wie nicht) und größeren Betrieben unterscheiden - letztere kaufen ihr Saatgut aus rein ökonomischen Gründen von spezialisierten Saatgutbetrieben.
Heterosis spielt da eine große Rolle, bei der zweiten Generation kann die durchgehende Qualität einfach nicht mehr gewährleistet werden. Liegt in der Natur der Sache, Mendel und so.
Pirat von Rhyolith hat geschrieben: ↑Montag 4. Juni 2018, 23:18 Ich weiß von wenigstens einem Fall, wo in der Gefahrenanalyse eines Stoffes, die ein Hersteller der EU zuschickte, im Text stand, das Zeug würde sich nicht im Boden anreichern. Nur eine Seite weiter war aber eine grafische Auswertung von Messwerten abgebildet, die genau das Gegenteil ausdrückte....

Okay, das ist wirklich von seltener Blödheit.
Das Zeug wurde zugelassen, weil niemand in Brüssel das aufgefallen war, bis es einige Biologen durch Zufall ausbuddelten. Als die dann auch noch nachweisen konnten, dass sich der betreffende Stoff sehr wohl im Boden ansammelt und von dort über die Pflanzen wieder an die Bestäuberinsekten weitergegeben wird, z.B. seltene Hummeln, wurde das Ding vom Markt genommen.
Das ist doch ein Beweis dafür, daß die aktuelle Gesetzeslage an sich ausreicht. Wenn geschlampt wird ist das natürlich doof, klar.
Diese Wirkung wurde für eine bestimmte Wirkstoffgruppe auch von Monsanto vor etwa 10 Jahren (meine ich) nahegelegt, von der Industrie aber runtergespielt.
Ich bin mir fast 100%ig sicher, daß das nicht Monsanto war sondern ein anderer Hersteller. Bayer vielleicht? Syngenta? Aber Monsanto hat sich halt komplett den Ruf ruiniert, drum nimmt man den Namen gern her.

Was war's denn? Neonicotinoide? Die stehen ja schon lange in der Kritik, und mit schöner Regelmäßigkeit werden welche vom Markt genommen. Manchmal auch nur, weil Anwendungsfehler zu häufig sind. Ohne konkrete Aussagen kann ich halt leider nicht groß drauf reagieren, mit wilder Spekulation ist keinem geholfen.
Mir selber fällt seit einigen Jahren auf, dass ich jeden Sommer weniger Insekten finde, wenn ich losziehe, um die Biester mit meiner Kamera zu knipsen.
Daß es zu einem Insektensterben kommt ist ja unbestritten, nur sind die Gründe dafür viel komplexer und umstrittener als einfach nur "Gift". Siehe z.B.
hier.
Die große Frage ist eher: Was macht der Verbraucher? Ich kauf ja fast nur Bio-Baumwolle, weil bei Baumwolle der Pestizid-Einsatz wirklich
extrem hoch ist; so hoch, daß er die Bauern gefährdet (in Indien ist Arbeitschutz nun mal nicht sooooo ausgeprägt). Und bei Blumen verkneife ich mir auch welche aus Kenia und Ecuador und versuche, nur lokal erzeugte zu kaufen. Sich über die bösen Unternehmen zu beschweren und gleichzeitig nicht mal sein Konsumverhalten zu ändern find ich dann ja doch etwas heuchlerisch.