Neuro…What?!

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Luna Rabenherz
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Re: Neuro…What?!

Beitrag von Luna Rabenherz »

Evanahhan hat geschrieben: Montag 19. Januar 2026, 18:32 Und dann sucht man sich ja auch Freunde, die einem tendenziell eher ähnlich sind. Wer weiß mit welchen anderen Eigenschaften das korreliert.
Also dass Menschen mit bestimmten Eigenschaften sich besser verstehen oder zumindest attraktiver finden, das stimmt wohl. Aber das gilt doch eher für Eigenschaften, die den Alltag, das Verhalten, die Kommunikation einigermaßen spürbar beeinflussen... Wobei da hast Du recht, wer weiß womit das noch korreliert. Vielleicht kann man das irgendwie spüren: Oh, die ist auf gleicher Wellenlänge...

Also ich muss sagen, ich finde (und schon immer fand) etwas "sonderbare", "schrullige" Persönlichkeiten attraktiv (im Sinne von kennenlernen, Zeit verbringen, befreundet sein etc). Mit ihnen kann ich nicht nur ungehemmt ich selbst sein, aber auch andere, spannende Perspektiven auf die Welt erfahren und erleben.
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Immersion
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Re: Neuro…What?!

Beitrag von Immersion »

Evanahhan hat geschrieben: Montag 19. Januar 2026, 18:15 Fühlst du dich angesprochen?
Es ist etwas, was ich ab und zu erlebe. Direkt - oder nur als Außenstehender.

Möchtest Du mir mit dieser Frage etwas bestimmtes vermitteln?
Und natürlich schlägt das dann eine Saite bei mir an. Das sollte Dich nicht überraschen.
Luna Rabenherz hat geschrieben: Montag 19. Januar 2026, 18:21 Was ich mich frage: Ist das eine Superkraft, Strukturen und Kategorien OHNE Hierarchie erstellen zu können? Also, bildlich gesprochen, A, B und E in eine rote sowie C, D und F in eine gelbe Schublade einordnen zu können, ohne dass Rot besser bzw schlechter als Gelb sein muss?
Ich tendiere eher zum Gegenteil :lol:
Nimm es nicht zu ernst - mir erscheint es eher als das Gegenteil einer Superkraft, es NICHT zu können.
Wobei die Strukturierung der Welt automatisch zu Hierarchien verschiedenster Art führt.
Einerseits logische - darin steckt aber keine Wertung.
Andererseits kontextbezogen.
Rot ist nicht per se besser als Gelb. Aber wenn es auf blau liegt, geht Gelb kaputt, Rot nicht. Bei Grün ist es anders herum. Was ist nun besser? Kommt drauf an.
Für mich persönlich besteht der einzige "Makel" darin, dass die meisten Menschen (mich inklusive) nicht perfekt in eine oder mehrere "Schubladen" hineinpassen. Das finde ich irgendwie unbefriedigend.
Das verstehe ich sogar :lol:
Und das ist sogar aus zwei völlig unterschiedlichen Perspektiven unbefriedigend.
Ob nun eine oder mehrere Schubladen… kommt darauf an, ob man Legosteine oder komplette Sets darin sortiert. Je elementarer, desto besser geht es - aber dadurch wird der Schubladenschrank so groß, dass er für viele, die es gerne einfach haben, nicht mehr zu handhaben wird.
Die andere Perspektive ist die der Insassen selbst - die freiwillig da hinein klettern und sich von dem, was zu ihnen gehört, aber nicht hinein passt, trennen.
Irgendwie landet man doch immer bei Schubladen ;)
Aber man kann sie sehr unterschiedlich anwenden.

@Luna Rabenherz
wow, gibt es WIRKLICH so viele Menschen mit Synästhesie??
Wer auf Social Media aktiv ist, könnte spaßeshalber eine Umfrage erstellen. …
(Bin ehrlich gesagt ein bisschen neidisch:) )
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Archy
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Re: Neuro…What?!

Beitrag von Archy »

Evanahhan hat geschrieben: Montag 19. Januar 2026, 18:15 Und ebenso liest man Leute ihre Neurodiversität wie eine Auszeichnung vor sich her tragen. Das ist freilich kein Automatismus und entwickelt sich nur bei einem geringen Teil der Betroffenen. Aber es ist (zumindest online) ein häufiges Muster.
Kurzer Klatsch aus dem Nähkästchen, weil du das aufführst.
Auf der Gothic Pogo Halloween Party letztes Jahr spielte eine Band, wo die Sängerin wohl Neurodivers ist. Zumindest brachte sie das Thema auf's Tablet. Sie stellte (sinngemäß) die Frage ans Publikum, wer auch so sei. Gefühlt die halbe Halle war am Jubeln. Fand ich in dem Moment etwas befremdlich. Fast als wäre es "in" "anders" zu sein.
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Luna Rabenherz
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Re: Neuro…What?!

Beitrag von Luna Rabenherz »

Archy hat geschrieben: Montag 19. Januar 2026, 19:19 Fand ich in dem Moment etwas befremdlich. Fast als wäre es "in" "anders" zu sein.
War das in der Szene nicht schon immer "in"?
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Archy
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Re: Neuro…What?!

Beitrag von Archy »

@Luna Rabenherz
Das liegt wohl im Auge des Betrachters. Mir ist niemand geläufig, der sich für sein Schwarz sein entschieden hat, weil es "in" ist. Im Gegenteil, die Interessiert gar nicht was "in" ist.
Davon ab steht "anders" in meinem Text für Neurodivers. Ich kann es für dich natürlich auch nochmal umformulieren.

"Fand ich in dem Moment befremdlich. Fast als wäre es "In" Neurodivers zu sein".

Und soweit ich weiß, ist Neurodivers jetzt auch kein Phänomen einer Szene.
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Immersion
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Re: Neuro…What?!

Beitrag von Immersion »

Luna Rabenherz hat geschrieben: Montag 19. Januar 2026, 19:29 War das in der Szene nicht schon immer "in"?
Das war es auch schon außerhalb - auch außerhalb der Szene.
„I want to be different - like all my friends are!“
GenX-Slogan

Oder Monty Python.

Aus der einen Perspektive - innen - etwas absurd, aus der anderen - von außen - etwas nachvollziehbarer.
Da haben wir jetzt die Überleitung zu emotionaler Hypersensibilität. GANZ übel in Kombination mit zu viel echter Empathie.
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Black Alice
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Re: Neuro…What?!

Beitrag von Black Alice »

Neurodivers? Also, ich halte mich für normal, auch wenn ich nicht weiß ob ich irgend was neurodiverses an mich habe, weil irgend eine Schlagseite hat doch jeder irgendwie, irgendwo. Ansonsten gehe ich damit locker um. Jeder Jeck ist anders und ich nehme Menschen so wie sie sind. Es gibt welche mit denen ist schwer auszukommen, gerade bei bipolaren Störungen, aber ansonsten geht schon. Wäre auch langweilig wenn jeder gleich wäre, somit weiß ich oft nicht welche Störung einer hat, weil ich das eher als Individualismus sehe.
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Luna Rabenherz
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Re: Neuro…What?!

Beitrag von Luna Rabenherz »

@Archy ich meinte:
War das "Anders sein" nicht schon immer "in" in der Schwarzen Szene? Also nicht nur akzeptieren, aber auch gewissermaßen hervorheben der eigenen Individualität, alle möglichen "Abweichungen von der Norm" inklusive?

Und ist es denn nicht gut, dass viele Menschen, die woanders anecken und keinen Anschluss finden, sich in der Szene geborgen und akzeptiert fühlen, sich frei zeigen und zu eigener Natur stehen können? Ich fände das nicht befremdlich...
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