Menschliche Evolution in Aktion

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Grauer Wolf
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Menschliche Evolution in Aktion

Beitrag von Grauer Wolf »

Ich bin gerade über eine so interessante wie nur schwer verständliche wissenschaftliche Veröffentlichung vom Februar 2018 in Nature gestoßen, in der von der Beobachtung berichtet wird, daß bei jungen Leuten an der Stelle am Hinterkopf, an der die Nackenmuskulatur am Schädelknochen verwachsen ist, vermehrt zwei knöcherne Hörner wachsen. Diese Hörner werden bei älteren Menschen so nicht beobachtet. Zurückgeführt wird diese evolutionäre Entwicklung auf die andauernde und unnatürliche Neigung des Kopfes nach vorne auf das Smartphone oder Tablet. Das Wachsen dieser Hörner sei die Reaktion auf die entsprechend resultierende Überbeanspruchung der Nackenmuskulatur während der Kindheit und Jugend. Durch die Hörner werde die Oberfläche, an der der Nackenmuskel anhaften kann, signifikant vergrößert, so daß die wirkenden Kräfte besser verteilen.

Witzig und skurril. Nach dem Homo Sapiens jetzt also neu der Homo Smafo?
Man soll Leuten nicht Boshaftigkeit unterstellen,
wenn man ihr Verhalten genau so gut durch Dummheit erklären kann.
(Hanlon's Razor)

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Soiled

Re: Menschliche Evolution in Aktion

Beitrag von Soiled »

Naja, nur ist das eben keine Evolution.
Das Merkmal ist nicht genetisch fixiert, nicht vererbbar, kein Selektionsvorteil ...
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Grauer Wolf
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Re: Menschliche Evolution in Aktion

Beitrag von Grauer Wolf »

Noch nicht. Aber ab dem Moment, da die Mädels Jungs mit zwei Hörnern im Nacken für sexier halten als solche ohne, ist der Selektionsdruck da.
Man soll Leuten nicht Boshaftigkeit unterstellen,
wenn man ihr Verhalten genau so gut durch Dummheit erklären kann.
(Hanlon's Razor)

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Lylia
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Re: Menschliche Evolution in Aktion

Beitrag von Lylia »

Wissenschaft, alles Quatsch, das sind einfach die Kinder vom Hellboy, die müssen Hörner haben. :twisted:
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BlackDog
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Re: Menschliche Evolution in Aktion

Beitrag von BlackDog »

Soiled hat geschrieben: Dienstag 25. Juni 2019, 06:49 Naja, nur ist das eben keine Evolution.
Das Merkmal ist nicht genetisch fixiert, nicht vererbbar, kein Selektionsvorteil ...
Hmm, die Evolutionstheorie vom Darwin, beschäfftigt sich mit der Vergrößerung von Vogelschnäbeln die sich an entsprechende Lebensbedingungen anpassen. Großer Schnabel - große Hinterkopfgnubbel...

Das Merkmal ist nicht genetisch fixiert...hmmm... wer kennt schon alle Gene um das sagen zu können. Da sich die Höcker allerdings bilden wird die Möglichkeit dazu wohl doch in den 3.270.000.000 Basenpaaren der DNA drinstecken.
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Pirat von Rhyolith
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Re: Menschliche Evolution in Aktion

Beitrag von Pirat von Rhyolith »

Es gibt andere Beispiele echter Evolution, weil sich was verschiebt. Z.B. nehmen unsere Riechrezeptoren tendenziell ab, von Generation zu Generation.
Auch gibt es Verschiebungen dabei wie häufig bestimmte anatomische Details sind, die nicht alle Menschen haben.
So gibt es z.B. die Medianarterie im Unterarm. Normalerweise wird sie embryonal angelegt und verschwindet dann wieder. Zwei seitliche Arterien versorgen Unterarm und Hand. Nur selten bleibt die Medianarterie erhalten. Wenn sie erhalten ist, verbessert das die Blutversorgung der Hand, zugleich macht es anfälliger für das Karpaltunnelsyndrom, weil dort die Arterie durchläuft und zusätzlichen knappen Platz verbraucht. Dadurch, dass wir das Karpaltunnelsyndrom aber gut behandeln können, wiegt dieser Nachteil wohl weniger schwer, jedenfalls wird die Medianarterie bei erwachsenen Menschen häufiger:
vor 100 Jahren hatten sie nur etwa 10 % der Menschen, heute sind es schon über 30 %. Forscher glauben, dass bis 2100 fast jeder dann lebende Mensch eine Medianarterie hat.

EDIT: Quelle dazu, mit weiteren Beispielen: https://www.scinexx.de/dossierartikel/e ... in-aktion/
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Immersion
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Re: Menschliche Evolution in Aktion

Beitrag von Immersion »

Davon habe ich noch nie was gehört…
Ohne es nun nachgeprüft zu haben - das ist für meine Anmerkung eigentlich auch gar nicht erforderlich. Ich nehme das so erst mal als Fakt in einem Gedankenspiel an.
Da spielen nun verschiedene Fragen und Mechanismen herein.

Zunächst, warum das in dieser Form überhaupt auftritt und sich so konsequent ausbreitet.
Eine simultan in selber Form auftretende Mutation ist nun extrem unwahrscheinlich.
Damit bleibt Vererbung.
Die Ausbreitung könnte auf eine dominante Eigenschaft hinweisen.
Den Aspekt des Selektionsdrucks haben wir durch medizinische Versorgung stark in den Hintergrund verlagert - was grundsätzlich in dieser Konstellation eine zwar mittelfristig aus ethischer Sicht positive Entwicklung ist, langfristig aber erhebliche Risiken birgt.
So weit plausibel?

Klingt so, ignoriert aber ein ganzes Feld, es gibt eine weitere Erklärung, die im Gegensatz zu Vererbung und Mutation auch mit der schnellen Verbreitung vereinbar ist.
Die Anlagen für diese Arterie sind im Genom bereits vorhanden. Ob sie zur Ausbildung führen, ist aber keine reine Frage der Genetik… sondern eher der Epigenetik. Die wäre eine mögliche Erklärung.
Der Wegfall - oder unter Berücksichtigung weltweit unterschiedlicher medizinischer Versorgung: die Reduzierung - des Selektionsdrucks fördert da eine „Ausbreitung“ (streng genommen ist das der falsche Begriff). Aber 100%? Das würde ja voraussetzen, dass der Auslöser überall vorhanden ist…