@Herbstlaubrascheln Ich kann nicht genau sagen, woran man die Authentizität erkennt, man fühlt sie irgendwie... oder auch nicht, keine Ahnung. Jemand wird immer die Nase rümpfen, weil man selbst psychologische Baustellen hat, mit dem Selbstbewusstsein usw. Egal was du machst, trägst usw. Die einzige sinnvolle Reaktion wäre, sich beizubringen, das schlichtweg zu ignorieren. Alles andere führt lediglich zu Neurosen. Wenn es jemandem hilft, sein Leben irgendwie besser zu ertragen, dann kann er oder sie alles dazu sagen, was er/sie möchte. Das ist nicht mein Problem und auch nicht mein Pflicht, irgendwelche Erwartungen zu erfüllen.
Aber das kommt erst mit der Zeit und der Erfahrung, natürlich.
Was Marken angeht... Ich kaufe alles gebraucht (Second Hand Laden oder Kleinanzeigen), es ist nicht nur billiger und nachhaltiger, macht aber auch Spaß wie ein Glücksspiel. Und ich kaufe das, was mir gefällt und passt (und keine tierische Inhaltsstoffe enthält), egal welche Marke das ist. Weil diese Klamotten jemand bereits gekauft hat, wurden (in dem Fall der "Bösen' Marken) Ultrafast Fashion, Umweltzerstörung und Kinderarbeit bereits ohnehin befördert, also ich kann kein schlechtes Gewissen haben. Und wenn ich etwas Schönes, meinem Geschmack nach, von einer Szenemarke finde, ergatter ich es auch gerne. So habe oder hatte ich, Etiketten zufolge, die ganze Palette von Marken im Besitz, von H&M und Zara oder auch asiatischen Nonames bis hin zu Alchemy Gothic, Spiral Direkt, Gothicana, Demonia usw.
Ich bastele auch gerne an Klamotten herum. Mittlerweile spiele ich mit dem Gedanken, nach einer Nähmaschine auf Kleinanzeigen zu schauen...

Aber natürlich macht das mich zu keinem "besseren Menschen". Macht einfach Spaß.
Eigentlich dachte ich irgendwie immer, dass die Kreativität in der Gothic irgendwie "mit drin" sei, "dazu gehört". Aber logisch betrachtet soll das keine Voraussetzung sein... oder doch?... Alle meine Freunde aus der Szene waren irgendwie kreativ. Nicht unbedingt hochtalentiert (obwohl manchmal schon), aber auf jeden Fall begeistert. Gedichte, Kurzgeschichten schreiben, Musik machen, zeichnen usw, auch an Outfits herumbasteln. Oder auch jemanden Bekannten beauftragen, der so etwas besser kann. Für etwas Geld oder etwas Schönes, wenn das ein Freund ist und kein Geld nehmen will (z. B., ich habe mal einer Freundin total langweilige Schuhe mit Acrylfarbe bemalt und wurde dafür unerwartet mit einer Flasche leckeres Fruchtwein und einem Set schwarzer Kerzen belohnt, die ich damals irgendwie nirgendwo finden konnte

) Dieses "DIY for Friends" fühlt sich auch irgendwie so "gegen Mainstream" an, so nach dem "echten Underground Szeneleben", oder?...
@Phönix75 Klingt verdammt traurig...
Ich könnte als Teenie auch alles ("Richtiges"), was ich brauchte, von meinen Eltern gekauft bekommen. Aber ich wollte das Gefühl haben, dass ich auch was wert bin und etwas selbst erreichen kann. Das kann einem kein Papa kaufen, nicht mal der Reichste...
Hinzugefügt nach 25 Minuten 50 Sekunden:
Ja, das ist vielleicht das, was mich am meisten fasziniert. Und was mir fehlt mittlerweile. Obwohl vielleicht muss ich nur genauer suchen und finde ich?
Diese Inspiration und Kreativität. Wie zum Beispiel die erste Alben von vielen Bands, vielleicht noch nicht so technisch hochwertig und makellos mangels Erfahrung und Ressourcen, aber dafür prallvoll mit Emotionen, Gedanken und wahren Gefühlen...
Oder auch im "Szeneleben", nicht nur auf ein professionell organisiertes Konzert gehen, sondern selbst etwas organisieren. Gedichte einander vorzulesen, in einer Kneipe oder auf einer Wiese. Ein Theaterstück aufzuführen, ein Kurzfilm zu drehen. So etwas. Oder auch ein Konzert organisieren, eine "Underground " Kneipe öffnen oder Szeneklamotten, Accessoires usw in kleinen Mengen machen... Amateurhaft, halb-professionell oder professionell, mit Gleichgesinnten, in der Freizeit oder als Nebenjob, ohne Gewinnerzielung oder nur mit minimaler, von der echten Leidenschaft getrieben... Das müssten Jugendliche machen, mMn. Zumindest einige davon, die, die Kreativität in sich von Natur aus haben.
Und nicht nur Jugendliche, im Idealfall...

Das würde ich mir wünschen... und selbst gerne mitmachen.