Eine Sache die ich nie verstehn werde ist die Tendenz dazu, dass Menschen etwas für sich annehmen und genau dann jemand anderes, den es nicht betrifft, der davon wenn überhaupt nur am Rande etwas mitbekommt und der zum zugrunde liegenden Problem keinen direkten Bezug hat, sich sofort einmischt und sagt: "blödsinn! Was für ein Bullshit! Natur, Gene, Irgendwas halbwissenschaftliches, was meist nichtmal der oberflächlichsten Überprüfung stand hält, darum hab ich Recht und du solltest aufhören damit!"
Das is Veganern so, das is bei White oder Male privilege so und natürlich auch bei der Genderdebatte.
Wer als weißer Cis-Mensch geboren wurde, nie den Leidensdruck verspührt hat in einer gesellschaft in Normen gepresst zu werden, die einem seelisch weh tun oder zumindest "im Schritt zwicken wie sau" (Metapher), dem kommt es leicht über die Lippen zu sagen "Das is doch alles albern. das gabs früher nicht, warum brauchen wir das heute? Is doch alles nur Hysterie, usw."
Diese Menschen möchte ich daher fragen wie sie zu den geistigen Erkrankungen der Seele stehen. Wie sie zu Viren und Bakterien stehn. Wie sie zu all den gesundheitlichen und gesellschaftlichen Entdeckungen der Natur- und Sozialwissenschaften stehn, die es "früher nicht gab und trotzdem waren alle glücklich!"
Eine Frau mit Borderline war früher nur "hysterisch" und bekam Drogen und vaginale Stimulanz durch den Arzt verschrieben, bis irgendwer sagte "is da evtl. mehr als das was wir bisher als normal und richtig empfunden haben?"
Wir gingen ewig davon aus dass es überall auf der Welt nur 2 Geschlechter gibt und lernen erst seit kurzem dass die meisten nicht-christianisierten Gesellschaften 3te, 4te oder noch mehr Geschlechterrollen hatten
Wir gingen lange auch von aus Menschen sein von Gott gemacht, bis Darwin kam...
Um mal zu zitieren:
Jeder Vergleich hinkt per se, Athur ...
Aber das macht es nicht weniger wahr zu sagen, dass "Mich hats nie betroffen, also hab ich das recht es für ungültigen Humbug zu erklären!" eine hochgradig respektlose, unreflektierte und rein subjektive Sichtweise auf etwas ist, was für andere Menschen wichtiger Teil ihres (Seelen)lebens darstellt und Ihnen endlich die möglichkeit gibt sich aus em zu befreien was sie Zeit ihres Lebens eingeengt hat.
Aber es is wohl zu viel verlangt von einem Cis-Menschen zu erwarten dass Er/Sie sich in die Lage von jemandem versetzt und empathie wirken lässt, wenn Ablehnung und Intolleranz so viel einfacher zu bewerkstelligen sind und keine Arbeit erfordern...v.v
Edit:
Entschuldigung, ich wollte niemanden per se unter Anklage stellen, das thema ist einfach eines das, aus diversen Gründen, sehr belastend für mich ist und ich habe mich gehn lassen. Das war nicht fair und ist keine gute Diskusionskultur. >.<
Statt dessen möchte ich einen vergleich anbieten um dem ein oder anderen begreiflich zu machen wie man sich in so ner Situation fühlt und ich glaube es ist einer den die meisten nachvollziehn können die sich hier einfinden.
Und zwar ist es die folgende Aussage: "Es gibt in der Natur, in der Tier und Pflanzenwelt keine Gothics. Daher halte ich es für absoluten Blödsinn dass sich manche Leute als Gothics bezeichnen!"
Und jetzt stellt euch vor, dass dies nicht etwa von irgendwem auf der Straße kommt. Macht es euch auch nicht leicht und sagt einfach "ach, mich würde das nicht stören!" sondern versetzt euch in die Lage dass eine Person, die ihr respektiert, evtl. sogar liebt, euch sagt dass die letzten Jahre oder Jahrzehnte die ihr Gothic wart nichts weiter als n Hirngespinst waren. Dass ich euch nur eingebildet habt dass es Gothics gibt und dass es evtl. sogar für alle Beteiligten mega peinlich ist wenn ihr sowas wie Gothic erwähnt oder so tut als wärt ihr etwas was es biologisch garnicht gibt.
Wir haben hier etliche Diskusionen dazu was Gothic ist, wie es sich definiert, was es für jeden einzelnen bedeutet. Es ist also recht wahrscheinlich, dass das etwas ist was den meisten von euch wichtig ist, egal ob jetzt intern für euch oder extern, für euch innerhalb der Gesellschaft.
Daher hoffe ich, wenn ihr es schon nicht nachvollziehn könnt, euch die Frage zu stellen, wie ihr reagieren würdet, in eienr Welt in der ein derart essentieller Teil eurer Person von niemanden, besonders nicht von denen die euch wichtig sind, akzeptiert wird...