Für mich ist Text extrem wichtig. Viele (insbesondere deutschsprachige) Sachen kann ich, auch wenn sie musikalisch okay sind, kaum anhören, einfach weil ich die Texte so prätentiös und banal finde. Andererseits toleriere ich auch Musik, die ich eigentlich nicht so spektakulär finde, wenn die Texte super sind. Totenmond ist so ein Beispiel - musikalisch nicht so mein Ding, aber die Texte sind so gut, daß sie glatt allein als Gedichte wirken können. Und bei "Liebesbrief" von Thomas D. ist die Chance sehr groß, daß ich anfange zu heulen, obwohl die Musik ja nun wirklich ziemlich öde ist. Reicht auch, wenn ich den Text nur lese.
Wenn ich den Text überhaupt nicht verstehe hat das durchaus Vorteile - ich bin mir sicher, daß ich ein paar russische EBM-Sachen gelegentlich ganz gerne höre, die ich auf Deutsch nicht ertragen würde.

Idealerweise sollten sich Text und Musik natürlich ergänzen, aber, um ehrlich zu sein, fällt mir da spontan kaum etwas moderneres ein, wo das wirklich so ausgeprägt der Fall ist. Bei Opern und klassischen Liedern ist es dagegen durchaus üblich. Kann aber sein, daß ich das mal wieder nur durch meine persönliche Brille sehe.