Und das sehe ich durchaus als Problem an - Neuankömmlingen wird dadurch vermittelt, dass sie nur dazugehören können, wenn sie fürchterlich viel Zeit, Geld und/oder Aufwand in ihre Outfits stecken. Finde ich etwas kontraproduktiv, um ehrlich zu sein.
Drum würde mich mal interessieren - was ist Eure Default-Kleidung? Also, die, wo man sich keine großen Gedanken macht sondern einfach nur das schnappt, was oben im Schrank liegt? Fotos fände ich natürlich besonders toll und aussagekräftig, aber ich habe auch vollstes Verständnis dafür, wenn Ihr da zurückhaltender seid.
In einer idealen Welt würde ich natürlich die ganze Zeit mit Schnürstiefeln, Netzstrumpfhosen und kurzen Röcken rumrennen, aber als robuste Arbeitskleidung sind sie dann doch eher ungeeignet. Ich merke jedenfalls, dass ich seit Ewigkeiten immer wieder auf die gleichen Sachen zurückgreife.
Ganz wichtig: Jeans. Und zwar bloß keine Skinny Jeans, oder gar so ein high waist-Krempel. Ganz langweilige, grade geschnittene schwarze bis graue Jeans. Keine Löcher, kein garnix.
Als nächstes: Docs. Da variieren auch die Farben ab und zu, im Moment sind sie bordeauxrot, aber ich hatte auch schon dunkelgrüne oder dunkelblaue. Schwarze natürlich auch.
Und als letztes stinknormale T-Shirts. Mal längere Ärmel, mal kürzere Ärmel, mal mehr und mal weniger Ausschnitt - aber im Prinzip sehen die alle gleich aus. Hab sicher fast 10 von denen.
Wenn es kalt ist noch ein Hoodie dazu und gut.
So richtig klischee-gruftig sieht das natürlich nicht aus, da reißt auch ein Nietengürtel nix, finde ich. Ich kann aber damit leben.
Ich hab übrigens auch überhaupt keinerlei Hemmungen, so in die Oper zu gehen. Bis jetzt hat mich dort noch keiner schief angeschaut, was allerdings auch daran liegen kann, dass das Publikum dort recht gute Manieren hat.

Genauso sehe ich aber auch aus, wenn ich auf den Knien liege und das Klo schrubbe.
Und das ist sicher schon seit 25 Jahren so. Zugegeben, als Teen hab ich generell etwas weitere Sachen angezogen als jetzt, aber das lag wohl hauptsächlich daran, dass in den 90ern sehr zarte, elfenhafte Frauen "Mode" waren (Heroin chic und so) und ich mich noch nicht so ganz mit der Tatsache angefreundet hatte, dass ich einen grundsoliden, breithüftigen und -schultrigen Bauernkörper habe; "fragile Fee" ist da einfach nicht drin.

Ich sachs ja immer, mein Ego und meine Schamlosigkeit ist hart erarbeitet.