Mich würde mal interessieren, welche Architekturstile euch am besten gefallen, und vor allen Dingen warum. Gotik ist ja ein Klassiker, aber imho bei weitem nicht der einzige schöne und spannende.

Ich fang dann mal an, ganz typisch hab ich natürlich sich geradezu widersprechende Vorlieben, haha.
An erster Stelle steht für mich Bauhaus, das erfreut den Minimalisten in mir. Ich finde diesen Stil einfach unglaublich beruhigend und angenehm neutral. Dessau ist da natürlich an vorderster Front, aber auch die Weißenhofsiedlung in Stuttgart und die Werkbundsiedlung in Wien sind wunderschön ...
Manchmal wird mir Bauhaus allerdings ein wenig zuuuuuu puristisch, dann tendiere ich zu expressionistischer Architektur. Die Gebäude sind für mich fast schon Skulpturen, mit visuellen Rhythmen und Melodiebögen, ohne es zu übertreiben.
Wenn ich in der Stimmung für noch elaboriertere Sachen sind mag ich Jugendstil/Art Deco recht gern. Ja, es kratzt manchmal haarscharf am Kitsch vorbei, aber irgendwie finde ich florale und geometrische Motive eigentlich ganz hübsch. Sogar Blattgold finde ich in solchen Fällen erträglicher als sonst.
Im Kontrast dazu kann ich seltsamerweise auch Brutalismus sehr gut leiden, roher Beton altert auf eine sehr eigene, fast schon dystopisch wirkende Art und Weise. Da fallen für mich auch die komischen osteuropäischen Denkmäler drunter - sehr alienesk, sehr bizarr.
Was ich dagegen überhaupt nicht ausstehen kann ist Historismus. Architektur ist meiner Meinung nach immer Ausdruck eines Zeitgeistes, wenn man alte Sachen mehr oder weniger einfach nur nachbaut passt das für mich einfach nicht zusammen. Ganz grausig finde ich in dieser Hinsicht den Ringstraßenstil, obwohl viele Touristen davon schwerst begeistert sind. Mir ist es zu viel Stuck und zu viel Repräsentation, Geld ohne Geist, schlicht und ergreifend zu vulgär.