Auf eine Beerdigungsfeier im klassischen Sinn lege ich keinen Wert: So wichtig bin ich einfach nicht.
Wenn es nicht so umweltschädlich wäre, würde ich die simple Verklappung meines Kadavers irgendwo in der Pampa bevorzugen. So favorisiere ich dann doch die Kremierung. Diese müßte aktuell in einem bezüglich seiner Sepulkralvorschriften liberaleren Nachbarland (z. B. Niederlande oder Frankreich) erfolgen, in dem die Angehörigen die Urne mit der Asche des Verstorbenen ausgehändigt bekommen. Beim Reimport nach Deutschland dürften die sich dann nicht erwischen lassen (bußgeldgeahndete Ordnungswidrigkeit, und die Urne mit der Asche würde von den Behörden auch eingezogen und auf einem Friedhof bestattet). Dank der offenen Grenzen ein eher unwahrscheinliches Szenario.
Mit der Urne sollten meine liebsten Familienangehörigen und engsten Freunde an einen Ort nahe meiner Heimatstadt in der freien Natur mit hübscher Aussicht (irgendeiner, der mir auch zu Lebzeiten gefallen hat) marschieren und die Asche dort verstreuen. Keine nachvollziehbare Grabstelle, kein Stein und, was mir wichtig ist: Wer nicht dabei war, weiß nicht, wo.
Wie meine Angehörigen diese Zeremonie zelebrieren ist mir ziemlich wurscht: Ich bekomme das ja nicht mehr mit. (So richtig cool wäre es natürlich, wenn es ähmlich wie bei der Aschestreuung von Donny in "The Big Lebowski" liefe.

)
Ich möchte nach meinem Tod kein nummeriertes Reihengrab neben Personen, die mir zu Lebzeiten vielleicht unsympathisch waren, keinen Stein, auf dem wildfremde Menschen meinen Namen lesen und erst recht keinen Ort, wo irgendwer, der mich nicht leiden mochte, sagen kann: Hier liegt der olle Sack begraben!
Wer das Bedürfnis hat um mich zu trauern, braucht keinen Ort, an dem er es öffentlich bekunden kann!. Wer meiner (positiv) gedenken will, soll es so halten wie ich: Wann immer ich eine Situation erlebe (z. B. einen hübschen Flecken Natur betrachte), bei der mir spontan der Gedanke an die verstorbene Person kommt ("Das hätte dieser auch gefallen!"), wird die Erinnerung an den Toten lebendig gehalten. Das ist allemal mehr wert als zu bestimmten Terminen Blumen auf einen Erdhaufen zu schmeißen.
Auch wenn es hierzulande inzwischen Friedwälder gibt möchte ich doch lieber (noch illegal, aber bis ich abkratze ändert sich ja vielleicht noch das eine oder andere) in der Wildnis verstreut werden: Mich widert die zwanghafte "Trauer"-Pietät auf deutschen Friedhöfen an: Alle Besucher bewegen sich ruhig und verhalten, laute Geräusche sind ebenso verpönt wie umherrennende Kinder.
Was soll dieses bei den meisten Menschen aufgesetzte Gehabe? Waren die Verstorbenen keine Menschen? Hatten die nicht auch ihren Spaß im Leben?
Mich würde der Gedanke mit Zufriedenheit erfüllen, daß sich an der Stelle, an der meine Asche verstreut wurde, ein paar Viecher (oder eben auch Menschen) paaren, lachen, zusammenhocken, fröhlich sind oder streiten - kurz: einfach natürlich verhalten.