Das ganze fand in einem von mir sehr geschätzten super grindigen Laden statt, von dem ich mal gelesen hab dass er die Petrischale des Wiener Undergrounds sei. Kann ich nur zustimmen - ich will gar nicht wissen, was da auf den Klos an komischen Sachen wächst.

Ansonsten halt das übliche: Dosenbier gegen Spende, mittelprächtiger Sound und Improvisationstalent.
Laundromat Chicks sind ziemlich frisch, ganz junge Band. Wobei ich den einen Typen schonmal solo auf dem Volksstimmefest gesehen habe, aus reinem Zufall, unter dem putzigen Namen Salamirekorder. Der wird eh so ein bisschen als Wunderkind gehandelt. Bei dem hat man auch die Erfahrung gemerkt - für jemanden seines Alters wirklich beeindruckende Bühnenpräsenz. Aka Rampensau. Das Pärchen neben mir war auch der Meinung, dass aus dem was werden kann - schön wenn man bestätigt wird.
Man kann die Musik von den Laundromat Chicks wohl am besten als Jangle Pop bezeichnen, bissi Garage Punk auch, sehr charmant, obwohl der Sänger noch ein wenig üben dürfte. Ich hab ja null Mutterinstinkte, eigentlich, aber die hätte ich voll knuddeln können.
Dehidrataltfejek waren ziemlich klassischer Punk mit vielleicht ein paar Surf-Einflüssen hier und da. Auf Ungarisch, logisch. Das deutsche Vokabular beschränkte sich auf "danke", "Prosit", "Scheiße" und "Eins, zwei, oi, oi". Aber generell durchaus nett. Auf Nazis und Polizisten geschimpft, so wie es sich gehört.
Mižerija haben mich ein wenig an die Dead Kennedys erinnert, nur halt mit super charismatischer Frontfrau. Die hatte das (tobende) Publikum voll im Griff. Die wenigsten werden tatsächlich Kroatisch verstanden haben, aber es zeigt sehr schön, dass im Endeffekt die Musik zählt, nicht unbedingt der Text.
Sowieso war in jeder der Bands immer mindestes eine Frau dabei. Sehr erfreulich zu sehen, wie das langsam zu einer Selbstverständlichkeit wird. Als Vorreiterin in einen männerdominierten Bereich einzudringen, wo einem ständig extra Steine vor die Füße geworfen werden, ist nämlich ziemlich kacke.
Ich glaub ich hab schon mehrfach erwähnt wie nett ich es in Wien find, musikalisch gesehen. Die Stadt zieht einfach viel mehr Bands aus Ost- und Südosteuropa an, was es so viel vielfältiger macht als die Szene in D.