Gendern
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Graphiel
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Re: Gendern
Abwarten. Momentan nehme ich das Thema zumindest nicht mehr ganz so präsent und dramatisch wie noch vor 2-3 Jahren wahr. Den meisten Leuten scheint es schlicht egal zu sein ob wer gendert oder nicht, was ich grundsätzlich auch für den gesündesten Umgang damit erachte. Wer es tun will, soll es tun. Wer nicht sollte aber auch nicht dazu gezwungen werden.
"Sowas kann doch nur Leuten einfallen, die in Assoziationsspielchen neben Hund, Katze und Maus auf "Hmm.... Schwingschleifer!" kommen, oder?" - Barlow
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Immersion
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Re: Gendern
Was in der Zukunft ist, hängt davon ab, was bis dahin geschieht.
Binsenweisheit.
Heißt: Es wird verbreiteter, je normaler es wird - und das hängt davon ab, in welchem Maß es übernommen wird.
Übernimmt man es selbst nicht, ist das … Basisdemokratie in Reinform.
Stört es einen, kann man schweigen - das wird wahrscheinlich als Zustimmung und Normalisierung gewertet.
Man kann es aber auch sagen - es kommt aber sehr darauf an, wie man das macht und wie man es begründet.
„Ich empfinde Gendern als sexistisch“ (eine Herleitung steht ganz oben) ist dabei eine dialektische Bombe.
Diese Position ist im Modell der Befürwortung absolut legitim - und wer sie angreift, unterminiert seine eigene Basis.
Nur sollte man dafür sattelfest bei der historischen Entwicklung und Einordnung der konkurrierenden feministischen Strömung sein.
Binsenweisheit.
Heißt: Es wird verbreiteter, je normaler es wird - und das hängt davon ab, in welchem Maß es übernommen wird.
Übernimmt man es selbst nicht, ist das … Basisdemokratie in Reinform.
Stört es einen, kann man schweigen - das wird wahrscheinlich als Zustimmung und Normalisierung gewertet.
Man kann es aber auch sagen - es kommt aber sehr darauf an, wie man das macht und wie man es begründet.
„Ich empfinde Gendern als sexistisch“ (eine Herleitung steht ganz oben) ist dabei eine dialektische Bombe.
Diese Position ist im Modell der Befürwortung absolut legitim - und wer sie angreift, unterminiert seine eigene Basis.
Nur sollte man dafür sattelfest bei der historischen Entwicklung und Einordnung der konkurrierenden feministischen Strömung sein.
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Graphiel
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Re: Gendern
Sehe ich tatsächlich auch so. Sich gegen das gendern auszusprechen halte ich für legitim, aber man sollte es schon anhand von Argumenten begründen können. Wenn nach einem "Finde ich halt doof und es stört beim lesen." bereits das argumentative Pulver verschossen ist, oder bei einem nachfragenden "Aber..." direkt zum ad hominem gegriffen wird, ist es nicht all zu verwunderlich wenn man damit bei Befürwortern auf Granit beißt.
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Phönix75
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Re: Gendern
Na toll... jetzt nimmst du mir echt die Hoffnung, dass diese Leute wegbleiben, die das befürworten. Naja, Unbelehrbare gibt es eben auch überall.Evanahhan hat geschrieben: ↑Sonntag 1. Februar 2026, 16:23Wer hat denn hier eine Wende im Kopf vollzogen? Ich jedenfalls nicht. Und der „Zeitgeist“ hat sich dahingehend überhaupt nicht geändert. Erst vor kurzem wurde ich auf einer anderen Plattform auch für meine Ansichten „gesteinigt“. Da wurden mir auch übelste Sachen unterstellt. Bin eher verwundert, dass hier mein Kopf noch dran ist… Die Verfechter des Genderns haben sich hier einfach noch nicht zu Wort gemeldet. Kommt sicherlich noch…
Dann stell ich mich mal auf ein paar Worte des Hausherren ein...
Hinzugefügt nach 5 Minuten 54 Sekunden:
Black Alice hat geschrieben: ↑Sonntag 1. Februar 2026, 17:53 Naja, eure Erklärungsversuche in allen Ehren, aber die Jugend fängt heute schon damit an korrekt zu gendern, egal was die alten Knacker (also wir) dazu meinen. Für die nächste Generation wird es normal sein. Es ist immer die Übergangsgeneration die Probleme mit Veränderungen hat. Für die Nachfolgegeneration ist die Veränderung Alltag.
Ist eine einfache Sache. Denen wird das in der Schule mal mehr oder weniger eingebläut. Und das finde ich erst recht skandalös. Mein Großer sieht aber von sich aus überhaupt keinen Sinn darin zu gendern... und das ohne dass ich ihn dahingehend beeinflusst hätte, da wir eher durch Zufall darüber gesprochen hatten. Es ist also nicht so, dass dieser Quatsch ohne Widerspruch akzeptiert wird.
Nichts ist so, wie es scheint.
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Graphiel
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Re: Gendern
Jetzt bin ich neugierig, da ich ja selbst an Schulen tätig bin. Wo genau wird das den Schülern eingebläut? Hast du dazu konkrete Zahlen, oder sprechen wir hier von einem Einzelfall? Ehrliche Frage, interessiert mich jetzt was da deine Quellen sind. Ich weiß dass es deutschlandweit gemessen einzelne Fälle von Lehrern gab, die das mit Gewalt durchsetzen wollten. Fand ich immer ganz fürchterlich und habe ich stets abgelehnt. Ein flächendeckendes Einbläuen wäre mir jetzt aber neu und ist mir zeit meines beruflichen Werdeganges an keiner einzigen Schule begegnet an der ich tätig war. Das höchste der Gefühle war bislang, dass eine Schülerin darum bat gendern zu DÜRFEN, was ihr genehmigt wurde. Seitens der kompletten Lehrerschaft oder der Schulleitung habe ich eine Verpflichtung zum gendern noch an keiner Schule erleben müssen und auch nicht davon gehört.
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Immersion
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Re: Gendern
Da haben weiterführende Schulen und Hochschulen eine Schlüsselrolle. An Gymnasien ist es ziemlich verbreitet (und da habe ich eine ziemlich dreiste Geschichte von unserem auf Lager) - und über den „Nachschub“ von Lehramtsstudenten nimmt es zu.Black Alice hat geschrieben: ↑Sonntag 1. Februar 2026, 17:53 Naja, eure Erklärungsversuche in allen Ehren, aber die Jugend fängt heute schon damit an korrekt zu gendern, egal was die alten Knacker (also wir) dazu meinen. Für die nächste Generation wird es normal sein. Es ist immer die Übergangsgeneration die Probleme mit Veränderungen hat. Für die Nachfolgegeneration ist die Veränderung Alltag.
Aber die wilderen Auswüchse scheinen mir da zurückzugehen - obwohl die Doppelnennungen zumindest in jeglicher öffentlichen Kommunikation zum Standard erhoben sind. Jetzt wird es doch einmal polemisch: Ich kann mir das Grinsen einfach nicht verkneifen, wenn Doppelnennungen zu erhöhtem Sprachtempo (aufgrund geringer Informationsdichte) führen und dann „Schüler und Schüler“ herauskommt.
Und weil @Graphiel gerade danach fragt - ich habe nur ein konkretes Beispiel von unserem Gymnasium. Keine Studien, keine Statistik - aber aus erster bzw. Zweiter Hand (durch Schulpflegschaft). Die Unterstufenkoordinatorin ist in dieser Hinsicht … engagiert. Das war dummerweise auch die Klassenlehrerin meiner Großen. An der ist der Kelch vorüber gegangen - in der Orientierungsstufe hat sie sich noch zurückgehalten.
In einer 7. hat sie zeitgleich aber Ernst gemacht. Da gab es einen langen Vortrag über das Thema mit anschließender Abstimmung über eine „freiwillige Selbstverpflichtung“ (so ganz ohne Gruppendruck…) der ganzen Klasse (einfacher Mehrheitsentscheid), die ab dann zu einer Wertung von falschem Gendern in ihrem Sinne als Ausdrucksfehler in Klassenarbeiten führte.
Keine Ahnung, ob sie das immer noch macht - derzeit scheint Ruhe zu sein.
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Phönix75
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Re: Gendern
Ja, bei meinem Großen an der Schule (Abi) wurde das schon thematisiert. Da sollten auch gendergerechte Texte verfasst werden. Inwieweit das an der Schule durchgesetzt wird oder ob das nur einzelne Lehrer sind bzw. in entsprechenden Fächern getan wird, müsste ich nochmal meinen Großen fragen. Info dazu wird es geben.Graphiel hat geschrieben: ↑Sonntag 1. Februar 2026, 20:34Jetzt bin ich neugierig, da ich ja selbst an Schulen tätig bin. Wo genau wird das den Schülern eingebläut? Hast du dazu konkrete Zahlen, oder sprechen wir hier von einem Einzelfall? Ehrliche Frage, interessiert mich jetzt was da deine Quellen sind. Ich weiß dass es deutschlandweit gemessen einzelne Fälle von Lehrern gab, die das mit Gewalt durchsetzen wollten. Fand ich immer ganz fürchterlich und habe ich stets abgelehnt. Ein flächendeckendes Einbläuen wäre mir jetzt aber neu und ist mir zeit meines beruflichen Werdeganges an keiner einzigen Schule begegnet an der ich tätig war. Das höchste der Gefühle war bislang, dass eine Schülerin darum bat gendern zu DÜRFEN, was ihr genehmigt wurde. Seitens der kompletten Lehrerschaft oder der Schulleitung habe ich eine Verpflichtung zum gendern noch an keiner Schule erleben müssen und auch nicht davon gehört.
In Berlin ist aber alles möglich.
Nichts ist so, wie es scheint.
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Graphiel
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Re: Gendern
@Immersion
Ja, diese Einzelfälle gab es und gibt es noch immer. An einer Universität in Kassel soll sowas auch schon vorgekommen sein. Wie gesagt: Finde ich fürchterlich und da darf und sollte auch gegen vorgegangen werden. Wo es keine rechtliche Verpflichtung gibt, da hat auch keine Lehrkraft einfach mal zu bestimmen dass gegendert werden MUSS. Nur sind wir damit halt immer noch weit weg von einer flächendeckenden Indoktrinierung mit Gendersprache, so wie manche Medien das suggerieren. Aktuell gibt es rechtlich und flächendeckend mehr Gegenden, in denen das gendern zumindest in Form des Sternchens explizit untersagt ist (Bayern und Hessen) als solche wo es unter Androhungen von Sanktionen je verlangt wurde. Für mich ein Indiz, dass der gesellschaftliche backlash bereits in vollem Gange ist und auf einzelne, völlig zurecht kritisierte Fälle mit einer regelrechten Brandrodung reagiert werden soll.
@Phönix75
In Bremen, Berlin und im Saarland ist gendersensible Sprache an Schulen explizit erlaubt, aber nicht vorgeschrieben. Das heißt, dein Großer DARF sanktionsfrei gendern, muss es aber nicht. Wenn sich also eine Lehrkraft anmaßt das Texte unter Androhung von Sanktionen gegendert werden MÜSSEN, dann kannst und solltest du dagegen rechtlich vorgehen.
Ja, diese Einzelfälle gab es und gibt es noch immer. An einer Universität in Kassel soll sowas auch schon vorgekommen sein. Wie gesagt: Finde ich fürchterlich und da darf und sollte auch gegen vorgegangen werden. Wo es keine rechtliche Verpflichtung gibt, da hat auch keine Lehrkraft einfach mal zu bestimmen dass gegendert werden MUSS. Nur sind wir damit halt immer noch weit weg von einer flächendeckenden Indoktrinierung mit Gendersprache, so wie manche Medien das suggerieren. Aktuell gibt es rechtlich und flächendeckend mehr Gegenden, in denen das gendern zumindest in Form des Sternchens explizit untersagt ist (Bayern und Hessen) als solche wo es unter Androhungen von Sanktionen je verlangt wurde. Für mich ein Indiz, dass der gesellschaftliche backlash bereits in vollem Gange ist und auf einzelne, völlig zurecht kritisierte Fälle mit einer regelrechten Brandrodung reagiert werden soll.
@Phönix75
In Bremen, Berlin und im Saarland ist gendersensible Sprache an Schulen explizit erlaubt, aber nicht vorgeschrieben. Das heißt, dein Großer DARF sanktionsfrei gendern, muss es aber nicht. Wenn sich also eine Lehrkraft anmaßt das Texte unter Androhung von Sanktionen gegendert werden MÜSSEN, dann kannst und solltest du dagegen rechtlich vorgehen.
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Fanchen
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Re: Gendern
Ich habe eigentlich das Gefühl, dass das Thema fast tot ist. Zuletzt "aufgefallen" ist mir das glaube ich, als es die Gespräche über Verbote in Bayern und Hessen gab, das müsste so 2 Jahre her sein.
Seitdem habe ich keine größeren Diskussionen darüber mitbekommen, die Nutzung von Gendersternchen oder -doppelpunkt (der mir dann schon deutlich lieber ist) hat sich allerdings in einigen Medien normalisiert.
"If you ignore the rules people will, half the times, quietly rewrite them so that they don't apply to you."
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Immersion
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Re: Gendern
Das Thema ist nicht tot - aber der Konflikt wird weniger vehement und offen ausgetragen.Fanchen hat geschrieben: ↑Montag 2. Februar 2026, 00:05 Ich habe eigentlich das Gefühl, dass das Thema fast tot ist. Zuletzt "aufgefallen" ist mir das glaube ich, als es die Gespräche über Verbote in Bayern und Hessen gab, das müsste so 2 Jahre her sein.
Seitdem habe ich keine größeren Diskussionen darüber mitbekommen, die Nutzung von Gendersternchen oder -doppelpunkt (der mir dann schon deutlich lieber ist) hat sich allerdings in einigen Medien normalisiert.
Die organisationsspezifischen Sprachrichtlinien sind - in großen und/oder öffentlich-rechtlichen Organisationen - praktisch flächendeckend, beziehen sich dort aber auf die institutionelle Kommunikation, die sich von der Organisation nach innen und außen richtet. Bei uns gibt es den Zwang, jegliche Kommunikation nach außen zu gendern, interne multilaterale Kommunikation ist nicht betroffen.
Dahinter steckt keine politische Steuerung - im Sinne: regierungsgesteuert. Aber es läuft über die Besetzung von Schlüsselpositionen - und da ist eine kritische Masse, um die Verbreitung von selbst am Laufen zu halten, erreicht.
An diesem Punkt muss man berücksichtigen, dass es schon ewig eine ganze Reihe von sozialen Sprachen gibt. Amts- und Juristendeutsch, Umgangssprache… aber auch ein Wissenschafts- und Qualitätsmediendeutsch, eines für Unternehmenskommunikation etc. Die Unterschiede waren mitunter ziemlich minimal - da geht es traditionell teils um Vokabular und ob z.B. rhetorische Mittel geächtet oder normal sind. Das sind aber alles Sprachfelder, die Normalität stark bestimmen und (GANZ wichtig!) durch sehr wenige Individuen bestimmt werden. Das sind diese Schlüsselpositionen.
Dazu kommt, dass der Universitätsbetrieb besonders stark betroffen ist und Absolventen dann als Multiplikatoren dienen - und auch in den Fällen, in denen einzelne Professoren oder ganze Fachbereiche entsprechenden Druck ausüben: bewusst dazu gemacht werden.
Warum ich das nun so herausstelle: da gibt es eine recht gut erkennbare, linguistische Bruchlinie zwischen Alltags- und formalen Sprachen.
Diese spezielle Bruchlinie ist historisch bemerkenswert - um nicht zu sagen: einzigartig
