Der Begriff "Gruftie" als Selbstbezeichnung
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Immersion
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Re: Der Begriff "Gruftie" als Selbstbezeichnung
Ach, die Bedeutungsverschiebungen…
Da gibt es Fremdbezeichnungen, die abwertend gemeint waren - dann aber vom Objekt aufgegriffen und normalisiert wurden und dadurch ihren abwertenden Charakter verlieren. Für mich die beste Art des Umgangs.
Es gibt andere Begriffe, bei denen das ähnlich ist - die aber nur akzeptabel sind, wenn das Objekt selbst sie als Eigenbezeichnung verwendet und die bei Verwendung durch andere zur Ächtung führen. Völlig dysfunktional. Ich persönlich lehne das Konzept exklusiven Vokabulars grundsätzlich ab.
Und dann Selbstbezeichnungen, die als Fremdbezeichnung zur Abwertung geworden sind.
Grufti sortiere ich in Gruppe 1 ein.
Und der „Saupreiß“? Würde ich in Bayern glatt als Button tragen.
Da gibt es Fremdbezeichnungen, die abwertend gemeint waren - dann aber vom Objekt aufgegriffen und normalisiert wurden und dadurch ihren abwertenden Charakter verlieren. Für mich die beste Art des Umgangs.
Es gibt andere Begriffe, bei denen das ähnlich ist - die aber nur akzeptabel sind, wenn das Objekt selbst sie als Eigenbezeichnung verwendet und die bei Verwendung durch andere zur Ächtung führen. Völlig dysfunktional. Ich persönlich lehne das Konzept exklusiven Vokabulars grundsätzlich ab.
Und dann Selbstbezeichnungen, die als Fremdbezeichnung zur Abwertung geworden sind.
Grufti sortiere ich in Gruppe 1 ein.
Und der „Saupreiß“? Würde ich in Bayern glatt als Button tragen.
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Phönix75
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Re: Der Begriff "Gruftie" als Selbstbezeichnung
Herbstlaubrascheln hat geschrieben: ↑Montag 12. Januar 2026, 07:57 Während ich "Ossi" da nun nicht so krass verodne (mein Freund bezeichnet sich zB ganz ironisch selbst mal so), aber das widerum kann wohl nur jemand beurteilen, den das selbst betrifft und da ticken bestimmt nicht alle gleich.
Das kann ich absolut bestätigen. Irgendwo ist da auch ein Stück Stolz dabei, ausm Osten zu kommen (was man natürlich nie beeinflussen kann). Aber wir haben eben nun 2 Systeme mitbekommen und können schlussendlich sagen, dass beide nix taugen. Und ich erzähle da auch ganz gern mal aus der Vergangenheit, was für Westdeutsche dann schon mal ziemlich absurd klingt. Aber wir haben, um es mal ganz salopp zu sagen, aus Scheiße Gold gemacht und waren mit wenig zufrieden. Oftmals für "Wessis" garnicht nachvollziehbar.
@Immersion
Die Bedeutungsverschiebung sieht man ganz besonders bei Begriffen wie "Nazi" usw.. Da dieser Begriff ganz gern inflationär benutzt wird, relativiert es die wahrliche Bedeutung und der damit einhergehenden Geschichte erheblich. Ist leider von den "Gutmenschen" vom Zaun gebrochen worden, damit man sich über andere, in ihren Augen schlechtere Menschen, erheben und absetzen kann. In dem Sinne bin ich sicher auch ein Nazi, alter weisser Mann, Antisemit, Rassist und was man noch alles für wunderprächtige Begrifflichkeiten raushauen kann, um klar zu machen, dass meine Meinung nichts wert ist und am besten im Keime erstickt werden sollte.
Zuletzt geändert von Phönix75 am Montag 12. Januar 2026, 14:45, insgesamt 1-mal geändert.
Nichts ist so, wie es scheint.
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Immersion
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Re: Der Begriff "Gruftie" als Selbstbezeichnung
Bäh. Den Effekt habe ich tatsächlich vergessen - das wäre eine vierte Gruppe.
Das ist einer der Gründe, warum ich kreative Wortschöpfungen (Neologismen) so mag und verwende - die mitunter gewollt sperrig sind, parodistisch und bezogen auf einen konkreten Aspekt, den ich wirklich meine, dabei noch präziser.
Z.B. Autoritätsfetischist
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Black Alice
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Re: Der Begriff "Gruftie" als Selbstbezeichnung
Ja, aber solche Worte kapieren nicht viele. Wenn man nicht verstanden wird, dann hat man gegen die Wand gesprochen, oder so ähnlich.
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Immersion
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Re: Der Begriff "Gruftie" als Selbstbezeichnung
Ich weigere mich, zum universellen „Ugh!“ zurückzukehren.Black Alice hat geschrieben: ↑Montag 12. Januar 2026, 15:16 Ja, aber solche Worte kapieren nicht viele. Wenn man nicht verstanden wird, dann hat man gegen die Wand gesprochen, oder so ähnlich.
Aber ohne Scherz: einen Tod muss man da sterben - und von den 4 Arten der Bedeutungsverschiebung sind 3 für mich inakzeptabel.
Außerdem (Achtung, selbstreferentiell)… Sprache verändert sich ja bekanntlich - ich arbeite aktiv daran.
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Black Alice
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Re: Der Begriff "Gruftie" als Selbstbezeichnung
Ja stimmt, Sprache verändert sich ständig. Somit trägst Du zur Evolution der Sprache bei.
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Graphiel
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Re: Der Begriff "Gruftie" als Selbstbezeichnung
Wobei das für mein Empfinden inzwischen schon wieder stark nachgelassen hat. Vereinzelte, besonders laute Schreihälse gibt es noch immer. Doch im Vergleich zu der linksliberalen, postmodernen Welle vor 2-3 Jahren sehe ich davon inzwischen nicht mehr sehr viel. Ich müsste lügen wenn ich behaupten sollte, dass ich in letzter Zeit besonders oft auf Exemplare wie unsere gemeinsame Freundin (du weißt wen ich meine) treffe. Inzwischen ist da schon eher wieder der gesellschaftliche backlash unterwegs, der selbst sinnvolle Veränderungen und Kritik als "woke" betitelt und damit für nichtig erklärt. Aber das hatte ich damals schon so befürchtet und leider hat es sich bewahrheitet.Phönix75 hat geschrieben: ↑Montag 12. Januar 2026, 12:30 Die Bedeutungsverschiebung sieht man ganz besonders bei Begriffen wie "Nazi" usw.. Da dieser Begriff ganz gern inflationär benutzt wird, relativiert es die wahrliche Bedeutung und der damit einhergehenden Geschichte erheblich. Ist leider von den "Gutmenschen" vom Zaun gebrochen worden, damit man sich über andere, in ihren Augen schlechtere Menschen, erheben und absetzen kann. In dem Sinne bin ich sicher auch ein Nazi, alter weisser Mann, Antisemit, Rassist und was man noch alles für wunderprächtige Begrifflichkeiten raushauen kann, um klar zu machen, dass meine Meinung nichts wert ist und am besten im Keime erstickt werden sollte.![]()
"Sowas kann doch nur Leuten einfallen, die in Assoziationsspielchen neben Hund, Katze und Maus auf "Hmm.... Schwingschleifer!" kommen, oder?" - Barlow
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Re: Der Begriff "Gruftie" als Selbstbezeichnung
HeheheHerbstlaubrascheln hat geschrieben: ↑Montag 12. Januar 2026, 07:57 Und hin und wieder, wenn mich jemand näher fragt, wieso ich zB "so" durch die Gegend renne/so schwarz angezogen bin (usw), erkläre ich mich mit dem Wort auch mal ganz gerne; durchaus mit einem Schmunzeln, aber man weiß sofort, wie das ein zu ordnen ist.
Ich antworte meistens nur "Schwarz macht schlank"
Hinzugefügt nach 1 Minute 58 Sekunden:
Naja, das war Mitte der 90er Jahre im Raum Garmisch-Partenkirchen, also wirklich oberstes Oberbayern.
Wenn man täglich was aufs Maul haben wollte, hätte man das tun können
Praise the evil 
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Herbstlaubrascheln
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Re: Der Begriff "Gruftie" als Selbstbezeichnung
@Uwi1976
Oh, das mit dem "schwarz macht schlank" muss ich mir merken, das ist gut
Oh, das mit dem "schwarz macht schlank" muss ich mir merken, das ist gut
" Hab` keine Angst, bin nur ein Nachtgespenst
das keine Liebe kennt." (Untoten, "Grabsteinland")
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Luna Rabenherz
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Re: Der Begriff "Gruftie" als Selbstbezeichnung
Ich wurde schon lange nicht mehr gefragt, was ich stylemäßig bin... Entweder ist mein Style zu eindeutig oder zu undeutlich
oder Menschen ist es einfach egal...
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