Verschwörungstheorien

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Frauenliebe
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Verschwörungstheorien

Beitrag von Frauenliebe »

Was ist eine Verschwörungstheorie?

Wenn jemand behauptet Anschläge auf zwei Türme wären von ihrem eigenen Land geplant worden,
so ist das eine Verschwörungstheorie.
Das umgekehrte, zu behaupten ein paar Ausländer hätten sich zusammengetan ist aber ebenso eine Verschwörungstheorie.

Wenn man behauptet, ein Gott würde die Welt lenken, so ist das eine Verschwörungstheorie.
Behauptet man aber umgekehrt, die Religionsführer hätten sich das alles nur ausgedacht, so ist das ebenfalls eine Verschwörungstheorie.

Es gibt viele Leute, die sind von Verschwörungstheorien besessen.
Es gibt aber auch Verschwörungstheoretikertheoretiker, die davon besessen sind auf Verschwörungstheoretikern rumzuhacken.

Entscheidend ist, dass man immer sachlich bleibt und sich die Argumente beider Seiten ansieht.

Ich möchte euch nun Raum lassen, euch über Verschwörungstheorien auszulassen,
Andererseits dürft ihr euch auch gerne mal das Wort "Verschwörungstheorie" ansehen und wie es verwendet wird.

Ich distanziere mich sowohl von echten unsachgemäßen Verschwörungstheorien, als auch von Verschwörungstheoretikerfeindlichen Verschwörungstheorien.
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Immersion
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Re: Verschwörungstheorien

Beitrag von Immersion »

Das kommt davon, wenn zwei Begriffe im selben Wort verschmelzen und der eine Begriff vom anderen mit der Zeit überlagert wird.
Ich habe kürzlich die Vorlesungsreihe „Bullshit-Resistenz“ verlinkt.
Eine der Veranstaltungen beschäftigt sich explizit genau mit der Frage
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Frauenliebe
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Re: Verschwörungstheorien

Beitrag von Frauenliebe »

Ja, so ist es, da stecken zwei Begriffe in einem Wort.
Theorien sollten eigentlich belegte Hypothesen sein.

Ich habe mir deine Videos teilweise angesehen.

Ockhams Rasiermesser hilft bei der Wahrheitsfindung auch nicht immer weiter,
Da unterschiedliche Leute unterschiedlich viel wissen.
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Re: Verschwörungstheorien

Beitrag von Phönix75 »

Fakt ist: Die Wahrheit ist dehnbar. ;)
Nichts ist so, wie es scheint.
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Immersion
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Re: Verschwörungstheorien

Beitrag von Immersion »

Ockhams Razor wird oft falsch verstanden - und in Huebls Vorlesung zwar nicht falsch, aber etwas unglücklich erläutert. Zumindest, was die Anwendbarkeit angeht.
Das mit dem unterschiedlichen Wissensstand ist allerdings tatsächlich stichhaltig - und die Konsequenz komm dann, wenn wenig Verständnis auf wenig Verständnis trifft, sogar Clark’s drittem Gesetz nahe.
Sprich: wenn ich ohne weiteres Verständnis der Funktionsweise und Gesetzmäßigkeiten von Gravitation sage, es gebe eine physikalische Gründe, hat das isoliert betrachtet und im direkten Vergleich ähnlich wenig Gehalt wie die Aussage „etwas fällt herunter, weil ein Schöpfer das für eine gute Idee hielt“.
Und weil ich heute mal etwas mehr Zeit habe:
Clark’s drittes Gesetz besagt, dass eine hinreichend fortschrittliche Technologie nicht von Magie unterscheidbar ist.

Aber auch unabhängig davon ist Ockham‘s Razor alles andere als ein universelles Gesetz. Es hat aber auch nicht diesen Anspruch - und dient eher als Entscheidungshilfe.

Bei den Religionen vermischst Du einiges… SO viel Zeit habe ich gerade aber nicht. (Aber auch darauf geht Huebl ein)
Phönix75 hat geschrieben: Sonntag 19. April 2026, 15:00 Fakt ist: Die Wahrheit ist dehnbar. ;)
Wenn wir jetzt anfangen, über Epistemik zu reden, knallt es direkt wieder 🙄
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Frauenliebe
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Re: Verschwörungstheorien

Beitrag von Frauenliebe »

Ich halte das in der Regel so, dass ich mir erst eine Meinung bilde, wenn ich mich mindestens 50 Stunden (das ist kein fester Wert) mit etwas beschäftigt habe.
Zu vielen Themen habe ich gar keine Meinung.
Ich ziehe es auch vor, immer alles erst zu prüfen und selbst dann glaube ich es noch nicht.
Auch alles das man aus Büchern, dem Internet oder dem Fernsehen kommt müsste man erst prüfen.
Aber am besten ist es immer persönliche Mensch-zu-Mensch-Gespräche zu führen.
Da ist man zwar immer der Idiot, wenn man kritisch ist, aber man kann die Zuverlässigkeit der Informationen am besten einordnen und nachfragen.
Vor Ort ansehen geht oft nicht, aber dass alles was offiziell erzählt würde wahr wäre, da muss man auch vorsichtig sein,
gerade in Kriegszeiten heißt es.
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Re: Verschwörungstheorien

Beitrag von Black Alice »

Frauenliebe hat geschrieben: Sonntag 19. April 2026, 14:07 Theorien sollten eigentlich belegte Hypothesen sein.
Eine Theorie und belegt ist doch ein Widerspruch. Eine Theorie ist erst mal nur eine Theorie, also eine Mutmaßung, ohne Beweis und ohne Beleg. Es gilt nun diese Theorie zu beweisen oder zu widerlegen. Ernsthafte Theorien fußen auf gesammeltes Wissen und die Erweiterung des Wissens, auf Basis eben dieses gesammelten Wissens. Die berühmteste Theorie ist ja die Relativitätstheorie. Diese war lange Zeit einfach Theorie, aber durchaus nachvollziehbar. Erst in den letzten Jahrzehnten hat man nahezu alle Teile dieser Theorie nachweisen können.

Ein göttliches Wesen ist eigentlich auch erst mal nur eine Theorie. Göttliche Wesen hat man ursprünglich mit allen möglichen Naturereignissen ins Spiel gebracht, weil man sich diese nicht erklären konnte. Inzwischen hat man für alle Naturereignisse eine Erklärung und kann diese auch beweisen und nachvollziehen. Somit müsste eigentlich der Beweis für die Nichtexistenz von göttlichen Wesen erbracht worden sein. Die, die immer noch an diese Wesen glauben, werden jetzt die Behauptung deren Nichtexistenz als Verschwörung betrachten. Glaube ist nun mal eine Kategorie für sich.

Eine Verschwörungstheorie ist erst mal eine Theorie die aufgestellt wird, obwohl es Beweise und/oder Anzeichen/Erfahrungen dafür gibt, dass diese nicht zutreffen kann und man trotzdem an dieser fest hält. Verschwörungstheoretiker nutzen die Naivität und fehlendes Wissen/Bildung vieler Menschen, um ihre Theorien zu verbreiten und Anhänger für ihre Theorien zu sammeln. Verschwörungstheoretiker erkennen meist nicht, dass ihre eigene Theorie nicht stimmen kann, oft auch mangels Wissen und einer Portion Selbstüberschätzung, wenn nicht gar Narzissmus. Verschwörungstheoretiker sind meist zu keinem vernünftigem wissenschaftlichen Diskurs fähig.
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Frauenliebe
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Re: Verschwörungstheorien

Beitrag von Frauenliebe »

Das was du meinst ist eine Hypothese.
Eine Theorie ist bereits ein gut bestätigetes Erklärungsmodell.
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Re: Verschwörungstheorien

Beitrag von Fanchen »

Eine Theorie kann viel erklären, aber ist nicht "bestätigt" im dem Sinne, dass sie allgemein gültig ist. Wir wissen, dass beispielsweise die genannte Relativitätstheorie falsch ist in dem Sinne, dass sie unter bestimmten Umständen (beispielsweise kleine Distanzen, wo Quanteneffekte gelten) nicht die richtigen Ergebnisse liefert. Das macht sie nicht nutzlos, sie ist sogar sehr erfolgreich, aber sie ist nicht "bewiesen".
"If you ignore the rules people will, half the times, quietly rewrite them so that they don't apply to you."
- Terry Pratchett, Equal Rites
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Frauenliebe
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Re: Verschwörungstheorien

Beitrag von Frauenliebe »

Zum Wort Theorie
Eine Theorie im normalen Sprachgebrauch ist das was Alice sagte,
Zu ergänzen zu Fanchens Korrektur wäre noch die Etymologie, da meint es eine Betrachtung bzw. sogar eher dass zwei widersprüchliche (komplementäre) Lehren die in Einklang gebracht werden.
Das Wort wird oft auch absichtlich falsch oder abwertend benutzt.

Was Verschwörungstheorien betrifft:
Wäre Edward Snowden nicht gewesen, der Wisthleblower,
dann hieß es heute noch, das wäre alles nur Blödsinn was da rauskam, aber so ist das nicht immer.
Manchmal stellt es sich als wahr heraus, siehe auch Galileo Galilei, der war als er noch lebte auch einer, ebenso Martin Luther oder Baruch Spinoza und viele andere...

Im übrigen hab ich mir nie die Werke Snowdens mal durchgelesen was er veröffentlicht hatte.
Das meiste soll ja noch immer nicht öffentlich sein.
Hat das hier mal jemand gemacht?
Wie dachtet ihr über Wikileaks?
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