Aggrotech vs. Dark-Pop

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Eddie Winkler
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Aggrotech vs. Dark-Pop

Beitrag von Eddie Winkler »

Guten Tag Freunde der Nacht,

Wieder einmal habe ich ein kontroverses Thema, dieses Mal betreffend der breiteren Definition der schwarzen Szene: Aggrotech, Hellectro, modernes Pseudo-EBM sind ja in der Szene akzeptiert, obwohl sie eher Club-Electro als Szene Musik sind. Das möchte ich dieses Mal aber nicht diskutieren, sondern eher die Frage, ob dann nicht auch Alt-/Dark-Pop wie Lana del Rey, Melanie Martinez, Kerli, Aurora, Billie Eilish etc. nicht auch zählen müssten, denn sie sind düsterer, melancholischer, existentieller, introspektiver als Aggrotech und co., sowohl textlich als auch musikalisch.
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Phönix75
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Re: Aggrotech vs. Dark-Pop

Beitrag von Phönix75 »

Was ist daran kontrovers und warum klappst du immer wieder diese Schubladenvergleiche auf?

Meine Meinung dazu: Das eine kann man hin und wieder mal hören und das andere nicht. Fertig. Über Musik zu diskutieren ist müßig. Jeder kann doch hören, was er will.

Mal schauen, wann dein nächster, etwas weit hergeholter, Genrevergleich kommt. ;)

Frage: Was ist Pseudo-EBM? Dass der heutige EBM oder zumindest das, was mancher meint das es EBM sein soll, nicht mehr nach EBM aus den 80er und 90er Jahren klingt, sollte klar sein. Für mich läuft das allgemein unter (Dark) Electro und Punkt.
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Uwi1976
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Re: Aggrotech vs. Dark-Pop

Beitrag von Uwi1976 »

Mit dem stupiden Elektrogestampfe ohne Gesang und weitgehend ohne Melodie kann ich ebenfalls nichts anfangen, das taugt halt nur für gymnastische Übungen :lol:

Die von Dir angeführten Künstler sagen mir von den Namen her nicht viel, daher gehe ich mal davon aus, dass sie im mainstream Radio gespielt werden. Das wiederum
bedeutet, dass die meisten ihrer Werke massenkompatibel sind, also überwiegend leicht verdauliche oder belanglose Texte (oft auch nicht selbst verfasst sondern von Profis geschrieben und lediglich vorgetragen) und simple Melodien im 4/4 Takt. Das passt halt mMn nicht so in die Szene, die sich ja irgendwo vom mainstream abgrenzen möchte.

Eine cover version als death metal, industrial electro oder einem anderen "goth" Stil hingegen wäre dann schon wieder passend für die Szene und würde auch angenommen werden, beispielsweise "Sweet Dreams" oder "Tainted Lovel" von Marilyn Manson.

Hinzugefügt nach 8 Minuten 51 Sekunden:
Phönix75 hat geschrieben: Samstag 31. Januar 2026, 18:46 Meine Meinung dazu: Das eine kann man hin und wieder mal hören und das andere nicht. Fertig. Über Musik zu diskutieren ist müßig. Jeder kann doch hören, was er will.
So ein Statement in einem Forum der schwarzen Subkultur, die sich überwiegend durch ihre speziellen Musikstile definiert?
Wo, wenn nicht hier können und sollten wir nach Herzenslust über Musik diskutieren?

Mal abgesehen davon, dass ohnehin jeder hören darf, was er will.
Phönix75 hat geschrieben: Samstag 31. Januar 2026, 18:46 Mal schauen, wann dein nächster, etwas weit hergeholter, Genrevergleich kommt. ;)
Dem stimme ich tw. zu, die Genre haben sich immer wieder miteinander vermischt, mit Einflüssen aus allen möglichen und unmöglichen Richtungen,
es sind neue Stile erfunden worden, ich sage nur "Mittelalter-Metal" :lol:
Phönix75 hat geschrieben: Samstag 31. Januar 2026, 18:46 Frage: Was ist Pseudo-EBM? Dass der heutige EBM oder zumindest das, was mancher meint das es EBM sein soll, nicht mehr nach EBM aus den 80er und 90er Jahren klingt, sollte klar sein. Für mich läuft das allgemein unter (Dark) Electro und Punkt.
Das verstehe ich auch nicht so ganz. Ich kenne oldschool EBM und ich kenne halt jüngere Werke, die EBM mit Industrial, Gabber, Synthpop oder sonstwas mischen.
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Phönix75
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Re: Aggrotech vs. Dark-Pop

Beitrag von Phönix75 »

Uwi1976 hat geschrieben: Sonntag 1. Februar 2026, 12:04

Hinzugefügt nach 8 Minuten 51 Sekunden:
Phönix75 hat geschrieben: Samstag 31. Januar 2026, 18:46 Meine Meinung dazu: Das eine kann man hin und wieder mal hören und das andere nicht. Fertig. Über Musik zu diskutieren ist müßig. Jeder kann doch hören, was er will.
So ein Statement in einem Forum der schwarzen Subkultur, die sich überwiegend durch ihre speziellen Musikstile definiert?
Wo, wenn nicht hier können und sollten wir nach Herzenslust über Musik diskutieren?

Mal abgesehen davon, dass ohnehin jeder hören darf, was er will.

Ich habe aufgehört über Musik zu diskutieren. Man erkennt eindeutig Trends, sowohl bei Frauen, als auch oft bei Männern. Obwohl letzte eher noch recht flexibel bei ihrem Musikgeschmack sind. Es gibt Musik, die kaum jemand hört, weil es zu unmelodiös, weniger harmonisch oder eben auch mal (beim ersten hören) etwas sperriger ist. Aber im Großen und Ganzen hört die Mehrzahl der Leute in der Szene den Einheitsbrei, der denen vorallem in den Clubs vorgesetzt oder in der Streamingliste vorgeschlagen wird. Was also soll man den Leuten da näher bringen? Ich höre nix trendiges, und auch sogut wie nix, was man als Szenemainstream bezeichnen kann. Und wenn ich zum tausendsten Mal ASP, Eisbrecher, Lord of the Lost und wie diese Combos alle heißen, lese, dann sieht man, wie eintönig der Musikgeschmack, insbesondere bei Frauen (geworden) ist. Dabei ist das nur ein ganz kleiner Ausschnitt der musikalischen Vielfalt innerhalb des geschwärzten Bereiches. Mir entlockt das immer nur ein hochziehen der Augenbrauen. ;)
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Black Alice
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Re: Aggrotech vs. Dark-Pop

Beitrag von Black Alice »

Ah geh... Dort wo eintönige Musik gespielt wird, also Tekkno Clubs, dort dominieren Männer. Und jetzt kommst Du... :P

Musik entwickelt sich doch eh weiter. Heute weit langsamer und in immer engeren Grenzen als früher, aber sie verändert sich stetig. Dass EBM heute nicht mehr so gespielt wird wie früher ist doch klar. Vielleicht ist es auch kein EBM mehr, sondern EDM, Dark EDM, oder wie man es sonst bezeichnen will. Wir leben nun mal im Heute und nicht im Gestern. Was ich lächerlich finde ist, dass man einiges heute noch als Post-Punk bezeichnet, nur weil es etwas desonant und melodisch klingt. Post-Punk ist vorbei, Musik von gestern. Wird nie wieder kommen, auch wenn man es krampfhaft so nennt. Ja, es ist Dark Wave, Dark Elektro, Dark Pop, alles was mit Dark, aber kein Post-Punk mehr. Solange man sich düstere Musik anhört, bzw auf Partys gespielt wird, ist doch alles OK. Der Rest ist individuelle Geschmacksache.
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Re: Aggrotech vs. Dark-Pop

Beitrag von Uwi1976 »

Phönix75 hat geschrieben: Sonntag 1. Februar 2026, 15:24 Aber im Großen und Ganzen hört die Mehrzahl der Leute in der Szene den Einheitsbrei, der denen vorallem in den Clubs vorgesetzt oder in der Streamingliste vorgeschlagen wird.
Das ärgert mich auch, dass die DJs wirklich immer den selben ausgelutschten Kram auflegen, oft sogar in der selben Reihenfolge.
Z.B. haben AND ONE sicher 250 Songs von garantiert die Hälfte tanzbar ist - trotzdem laufen immer die selben 3-4 Nummern, die einem längst zu den Ohren raushängen. Oder VNV Nation, so viele geile Sachen, aber Du kannst ein Bier drauf wetten, dass mindestens 3x pro Abend "Control" gespielt wird.
Weil die Leute es halt hören wollen? Um die Tanzfläche zu füllen? Keine Ahnung.
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Black Alice
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Re: Aggrotech vs. Dark-Pop

Beitrag von Black Alice »

Genau deswegen, weil es die Tanzfläche füllt, weil es die Leute kennen. Die meisten "Leute" tanzen meist nur auf Sachen die sie kennen. Die guten DJs spielen deswegen meist das was man kennt, mischen aber neue Sachen dazu und was die Leute annehmen bleibt, was sie nicht annehmen, verschwindet wieder, auch wenn es noch so interessant wäre. So versuchen sie wenigstens nach und nach auch neues einzubringen und nicht nur den immer gleichen Mist.
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Re: Aggrotech vs. Dark-Pop

Beitrag von Uwi1976 »

Zurück zur Ausgangsfrage "Ist das noch goth?"
Keine Ahnung, wie viele Österreicher sich hier tummeln, aber in Wien gibt es regelmäßig eine Grufti-Großveranstaltung mit dem Namen "Schwarzer Reigen", die in einem Schloss am Stadtrand stattfindet. Das Gebäude ist im Wesentlichen in zwei große Säle unterteilt, die dann beim Reigen zu einem blauen und einen roten Dancefloor werden. Der blaue Tanzkeller ist für die rhythmische Sportgymnastik der Bumm-Bumm-Fraktion gedacht und alle anderen Stilrichtungen sind im roten Raum zu hören. Naturgemäß halte ich mich die meiste Zeit im roten Raum auf, zumal es dort deutlich mehr Platz gibt und nicht so stickig / heiß ist.
Aber ich sag's wie es ist, ohne das Gumpf-Gumpf-Gumpf-Publikum im blauen Raum wäre diese Veranstaltung in dieser Form nicht mehr möglich.
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Black Alice
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Re: Aggrotech vs. Dark-Pop

Beitrag von Black Alice »

Ich denke, das ist überall so, mehr oder weniger, je nach Gegend. Aber wie Du richtig erkannt hast, mit dem Elektro wird das andere quer subventioniert und jeder hat seinen Spaß.
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Eddie Winkler
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Re: Aggrotech vs. Dark-Pop

Beitrag von Eddie Winkler »

Phönix75 hat geschrieben: Samstag 31. Januar 2026, 18:46 Was ist daran kontrovers und warum klappst du immer wieder diese Schubladenvergleiche auf?

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Kontrovers in dem Sinne, dass viele in der Schwarzen Szene, zugegebenermaßen diejenigen, die sich eher nicht auf dieses Portal verirren, all den Elektro-/Technokram als „ultimatives Schwarze Szene Genre“ hochhalten, was ich gerne vorführen möchte, um zu einem Umdenken bei Szene- und Genre-Schubladen zu animieren, denn einfach nur hinnehmen „das eine kommt in den Szene Clubs, das andere im Mainstream-Radio“ ist mir zu wenig kritisches Denken, so ist beides nur auf Kommerz ausgelegt, nur mit unterschiedlichen Zielgruppen.
Ich will damit zum Nachdenken darüber anregen, was denn alles schwarze Szene ist und was nicht, nicht im Sinne von Dogmen oder dem Gegenteil – Nihilistischem „Alles kann Schwarze Szene sein“, sondern einfach nur mal so.

Und das Thema „Die Szene ist Anti-Mainstream und Anti-Kommerz“ mag früher gestimmt haben, aber inzwischen geht es in der Szene selbst doch auch schon um Gewinn, Gewinn und Gewinn und wie erwähnt, erinnert mich das Aggrotech/Hellectro Zeug eher an Clubtechno/-Electro mit mehr Aggression, und in der Produktion ist es billig und macht trotzdem Reibach. Mir geht es nicht darum, das irgendwie zu verteufeln, nur um einen anderen Blickwinkel.
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