Trumpsurdistan

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Pirat von Rhyolith
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Trumpsurdistan

Beitrag von Pirat von Rhyolith »

Ahoi!
Ich dachte mir, lasst uns doch mal ein wenig an der Realsatire teilhaben, die derzeit der beste Mitarbeiter des Kabaretts, Präsident Trump, fast täglich abliefert. Als Abwandlung des bekannten Begriffs Absurdistan möchte ich hiermit außerdem den Spezial-Fachbegriff Trumpsurdistan einführen.

Die neueste Sau gestern und heute, die durchs Dorf gejagt wird sind ja mal wieder die Strafzölle, die Donnie an alle anderen Staaten oder staatsähnlichen Gebilde verteilt hat. Er hat das "Tag der Befreiung" genannt glaube ich. Wenn er damit meint, er befreit das amerikanische Volk von erschwinglichen Preisen, dürfte er ja recht haben. Die meisten wichtigen Handelspartner haben ja längst angekündigt gegenzuhalten und am Ende bezahlen ja nicht wir den Zoll, sondern die Kunden in Amiland. Aber gut, das lernt Klein-Donald vielleicht noch. (für wirtschaftlich weniger bewanderte: Wenn eine deutsche Firma was in die USA liefert, soll jetzt 20 % Zoll drauf gezahlt werden. Das legt die Firma einfach auf den Preis um, den der Kunde in den USA zahlen muss. Warum das trotzdem doof für die deutsche Firma ist? Der Kunde in den USA kauft womöglich nicht mehr bei ihr, weil zu teuer....wenn man natürlich ein alternativloses Produkt hat oder alle Konkurrenzprodukte aus anderen Ländern auch aus gleichen Gründen so teuer sind, dann relativiert sich das. Außer das Produkt gibt es auch in den USA hergestellt...was aber ja nicht vom Himmel fällt und vielleicht gar nicht gegeben ist).
Das eigentlich lustige, weil zum Teil wirklich skurril, ist die Gestaltung dieser Zölle. Aus Washington heißt es, man habe den Anteil des Handelsüberschusses des jeweiligen Landes am Gesamtexport des Landes in Prozent zugrunde gelegt, diesen durch zwei geteilt und das wäre dann die Höhe des Zolltarifs geworden. Zunächst mal: In den meisten Fällen scheint das wirklich zu stimmen. So ergibt sich tatsächlich der Strafzoll auf China von 34 %. Okay, geritzt.
Es gibt aber auch Dinge, da fasst man sich an den Kopf. Lesotho zum Beispiel, ein kleines Land in Südafrika, hat den höchsten Zolltarif abgekriegt: 50 %. Nun ja, Lesotho ist klein und arm. Der größte Teil der Bevölkerung lebt in Selbstversorgung. Deshalb gibt es kaum Importe (und wenn eher nicht aus den USA, sondern vom umgebenden Südafrika). Die einzigen nennenswerten Exportgüter sind Textilien, Diamanten und wohl neuerdings Cannabis. Es ist offensichtlich, warum Lesotho also einen Exportüberschuss von fast 100 % hat. Gar nicht anders kann. Aus Sicht von Trump ist das: Betrug. Für ihn sind aber ja auch alle möglichen Dinge Handelshemmnisse, die Ökonomen gar nicht als solche bezeichnen würden, so ungefähr jede Vorschrift, Ministeuer, Zertifizierung etc. Alles das ist Betrug, übrigens auch die Zölle anderer Länder. Warum seine eigenen Zölle kein Betrug sind, weiß nur King Donnie selbst. :mrgreen:

So richtig skurril wird es, wenn man sich anschaut, was die US-Regierung zu Ländern verkündet hat, die KEIN Handelsdefizit zu den USA haben, sondern eine ausgeglichene Bilanz oder sogar mehr aus den USA importieren als exportieren. Nach oben beschriebener Logik müssten sie von Zöllen verschont werden. Werden sie aber nicht. Sie kriegen pauschal 10 % verordnet. Hmmm...ob Donalds Team das vielleicht doch ausgewürfelt hat? :lol: Einige besonders spezielle Beispiele könnten das nahelegen. Denn es blieb wirklich nix verschont. Selbst entlegendste Inseln bekamen ihren Strafzoll. Die südpazifische und zu Australien gehörende Norfolkinsel zum Beispiel. Laut Liste aus Washington soll es auf Waren von dort 29 % Zoll geben. Die Insel wird von nichtmal 2200 Menschen bewohnt und exportiert überhaupt nur ein paar Samen für Zimmertannen, Avocados und, nun ja, Briefmarken (für Sammler, tatsächlich). Eigene Zölle hat die Norfolkinsel nicht. Die Inselverwaltung hat inzwischen nachgefragt, ob das nicht ein Fehler sein könne, später am Tag hieß es, man habe bestätigt bekommen, dass man genau wie das australische Kernland nur 10 % Zoll zahlen muss.
Das ist aber noch nicht mal der witzigste Fall. Die Heard-und McDonald-Inseln liegen im südlichen Indischen Ozean und sind ebenfalls australisch. Wie das australische Kernland sollen sie 10 % Zoll für Exporte in die USA zahlen. Es gibt Angaben, nach denen die USA von dort 2022 "Maschinen und Elektrogeräte" im Wert von über einer Million Dollar importiert haben sollen, davor immerhin Waren im Wert von 15000 bis 300000 Dollar im Jahr. Behauptet die Weltbank. Spannend. Die Inseln mit einem subpolaren Klima sind nämlich unbewohnt. Der letzte menschliche Besuch soll über 10 Jahre her sein. Es gibt dort nur Robben und Seevögel, darunter eine Kolonie des Königspinguins. Was exportieren die bitte? Vogelscheiße im Meer? Zugegeben, die Heard-und McDonaldinseln haben schließlich auch eine Toplevel-Domain für's Internet (.hm), vielleicht liegt's daran :mrgreen:
Die australische Regierung, immerhin zuständig für die Heard-und McDonaldinseln, erklärte, offensichtlich sei man nirgends auf Erden sicher.
Es sei noch nicht klar, ob die unbewohnten Inseln ihrerseits Zölle auf US-Importe erheben werden :lol: :lol:

Die scheinbar einzigen Länder mit 0 % Strafzoll durch die USA scheinen inzwischen wohl Russland, Belarus, Nordkorea und Kuba zu sein. Joa, wo kein Handel, da kein Zoll. Außer man hat eine Pinguinkolonie :lol:
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Grauer Wolf
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Re: Trumpsurdistan

Beitrag von Grauer Wolf »

Pirat von Rhyolith hat geschrieben: Donnerstag 3. April 2025, 18:54 wo kein Handel, da kein Zoll.
Ähm.... die USA importieren im großen Stil Holz, Uran, Gas und Öl aus Rußland.
Pirat von Rhyolith hat geschrieben: Donnerstag 3. April 2025, 18:54 man habe den Anteil des Handelsüberschusses
Das Problem mit dem Handelsüberschuß ist, daß da nur physische Waren mit einbezogen werden, nicht aber Dienstleistungen und Lizenzgebühren. Würde man diese mit einbeziehen, gäbe es kaum einen bis gar keinen Handelsüberschuß zwischen der EU und den USA. Daß Trump & Co. den Handelsüberschuß als Grundlage heranziehen, ergibt seinen perversen Sinn: Im Groben und Ganzen über alle Waren gemittelt sind die Zölle zwischen den USA und der EU nämlich im durch die WTO kalibrierten Gleichgewicht. Und trotzdem gibt es den Handelsüberschuß. Die USA sind einerseits nämlich wirtschaftlich darauf angewiesen, Dollar zu exportieren -- ansonsten sie unter ihren Staatsschulden implodieren würden. Andererseits sind Industriegüter und landwirtschaftlichen Produkte aus den USA meist nicht konkurrenzfähig. Die EU könnte morgen ihre Zölle auf Waren aus den USA abschaffen -- der Handelsüberschuß bliebe trotzdem bestehen.

Aber ich befürchte, Trump & Co. geht es gar nicht mal so sehr um die Zölle und ihre Höhe. Es geht denen darum, die Zone schneller mit Scheiße zu fluten und schneller Panik zu stiften, als die Anderen sich zusammenraufen und gemeinsam reagieren können. Es geht denen darum, daß sich nun jeder in die Hosen scheißt und so schnell wie möglich versucht, im Alleingang erst einmal seine eigenen nationalen Schäfchen an der WTO, EU und anderen multilateralen Abkommen vorbei ins Trockene zu bringen. So können die USA nämlich nach und nach jeden einzeln fertig machen, statt von einer geeinten Übermacht auf einmal selbst geplättet zu werden. Machiavelli läßt grüßen.

Aber was weiß ich. Ich habe von Wirtschaft so viel Ahnung wie Trump. Nur habe ich von Großvattern kein Vermögen in die Kinderkrippe gelegt bekommen, daß ich in meiner Genialität hätte verplempern können.
Man soll Leuten nicht Boshaftigkeit unterstellen,
wenn man ihr Verhalten genau so gut durch Dummheit erklären kann.
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Pirat von Rhyolith
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Re: Trumpsurdistan

Beitrag von Pirat von Rhyolith »

Grauer Wolf hat geschrieben: Donnerstag 3. April 2025, 19:47
Pirat von Rhyolith hat geschrieben: Donnerstag 3. April 2025, 18:54 wo kein Handel, da kein Zoll.
Ähm.... die USA importieren im großen Stil Holz, Uran, Gas und Öl aus Rußland.
Na, war aber 2024 auch nur noch ein Zehntel von den Mengen von 2021. Ist vielleicht also einfach nicht wichtig genug. Zumindest scheint sogar Lesotho wichtiger, von dem Trump neulich witzelte, das kenne doch niemand (also ich kenn Lesotho...es gibt eine ganze Reihe dort entdeckter Dinosaurier, darunter sogar einen Lesothosaurus :P

Dass die Aktion definitiv in Trumps Schema, die Zone mit Scheiße zu fluten passt, ist absolut richtig. Ich weiß nur nicht, ob er sich da jetzt nicht doch verhebt. Ich mein, jetzt isses die ganze Welt. Mehr geht quasi nicht. Wirtschaftlich gesehen mauern sich die Amerikaner quasi selbst ein. Sie müssen sich dann mit der Reaktion der ganzen Welt auseinandersetzen....ob er damit dann einen nach dem anderen auseinandernehmen kann? Halte ich für zweifelhaft. Das Vorgehen noch vor einem Monat, sich erstmal Staaten wie Mexiko und Kanada, dann auch teilweise die EU einzeln vorzunehmen, hätte da schon eher gepasst. Das jetzt...ich denke, er verkalkuliert sich. Er glaubt seine eigenen Märchen und schaut bei seiner Scheißeflut in der Zone selbst nicht mehr durch.
In Wirtschaftskreisen scheint man das auch so zu sehen, wenn ich mir die Börsen-Reaktionen so ansehe. Ich hab heute schon in Wirtschaftskommentaren gelesen, dass die Trump-Regierung die Stärke der USA überschätzt. Klar, die sind stark, aber ganz ohne den Rest der Welt geht's halt nicht. Wenn die EU nur ein bissel strategischen Sachverstand hat, verbündet sie sich mit Ländern in Afrika, Südamerika und Asien und lässt die Amis erstmal ein wenig in der selbstgebastelten Inflation schmoren. Ich erwarte in Trumps kleinem Universum demnächst erste Risse.

Und dann schicken Claus von Wagner mit einer Tafelnummer, der es ihm erklärt :lol: Ich brauch Popcorn, ganz dringend.
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Grauer Wolf
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Re: Trumpsurdistan

Beitrag von Grauer Wolf »

Ich halte Trump jetzt nicht für intellektuell begabt genug, daß er solche Zusammenhänge rafft. Ihm geht es nur darum, sich an einer Welt zu rächen, die ihm aus seiner Sicht zeitlebens böse mitgespielt und sich über ihn lustig gemacht hat. Trump will, daß die Leute vor ihm niederknien und ihn anhimmeln. Wer das nicht tut, wird fertig gemacht. Siehe Selenskyj. Ich denke, es sind eher die grauen Eminenzen, die im Hintergrund die Strippen ziehen, die die wirtschaftliche und politische Macht der USA in ihrem euphorischen Überschwang, der Vernunft endlich mal den Marsch blasen zu können, völlig überschätzen. Dieses Verhalten ist allerdings nicht neu. Stichwort: Tausendjähriges Reich gegen den Rest der Welt. Hat damals schon nicht funktioniert. Und auch Napoleon hat letztendlich eins auf seinen Dreispitz bekommen. Die Welt verändert haben sie aber trotzdem alle ziemlich grundlegend. Insofern: Anschnallen -- das wird noch ein wilder Ritt werden!

Hinzu kommt, daß die Amis eigentlich immer schon ziemlich einen an der Waffel hatten -- im Sinne, daß die in der ständigen Angst und Panik leben, der gesamte Rest der Welt wolle ihnen an die Gurgel und die USA vernichten. Da kamen dann schon so völlig hirnverbrannte Dinge bei herum wie Projekt Pluto -- erster Link eine kürzere Zusammenfassung auf Englisch, die den Wahnsinn hinter diesem Projekt gut heraus arbeitet; zweiter Link eine längere deutsche Dokumentation, die eher auf die nukleartechnischen Aspekte eingeht.

Und auch jetzt fabulieren Trump & Co. ja davon, daß der gesamte Rest der Welt, die USA wirtschaftlich vernichten will und er sich deshalb gezwungen sieht, zum präemptiven ökonomischen Präventivschlag auszuholen -- koste es, was es wolle.
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Pirat von Rhyolith
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Re: Trumpsurdistan

Beitrag von Pirat von Rhyolith »

Die Paranoia haben die Amerikaner aber ja nicht allein gepachtet. Die haben die Russen auch. Und in der Türkei ist dieses "die andern wollen uns alle nur umbringen" ziemlich virulent. Und in Israel. Wobei die Israelis vermutlich die einzigen sind, bei denen das wirklich stimmen könnte.
Es wird problematisch, wenn man sich durch die Paranoia selbst so verhält, dass man erst recht dafür sorgt, dass es so ist. Selbsterfüllende Prophezeiung. Aber ich schweife ab.

Was die vermuteten grauen Eminenzen betrifft....ich bin mir nicht so sicher, ob diese Sichtweise zutrifft. Das ist hierzulande ein beliebtes Topos: "Der Typ ist doch sehr verrückt und dreht so frei, dass kann doch gar nicht von ihm kommen. Da muss es bestimmt graue Eminenzen geben, die einen Plan verfolgen." Ich kenne diese Sichtweise nämlich auch in Bezug auf Putin. Sowohl bei ihm wie bei Trump habe ich Zweifel, dass es sich so verhält.
Ich will damit nicht sagen, es gäbe nicht Leute, die versuchen Einfluss z.B. auf Donald zu nehmen. Der Versuch ist ja auch zu verlockend, denn Trump ist vermutlich relativ leicht zu lesen und reagiert relativ direkt-kausal auf Schmeicheleien und Kränkungen. Ich denke nur nicht, dass das Einflussnahme im Sinne eines größeren sinnvollen Planes durch eine einige Hintergrund-Clique ist. Eher Versuche von einzelnen Geschäftsleuten, die sich seine Berater nennen, bestimmte Einzelinteressen von sich selbst besser durchbringen wollen. Ein übergeordneter Plan fehlt dabei aber. 1. weil die verschiedenen einflussnehmenden Berater aus meiner Sicht ziemlich sicher zum Teil konträre Wünsche haben und wenn sie mit diesen mal kurzzeitig durchkommen bei Trump, das eher zu einem Hin-und Her-Schwanken in dessen Haltung führt. 2. weil Trump selbst von sich selbst heraus schon zu sprunghaft ist, um wirklich im Sinne einer solchen Manipulation länger steuerbar zu sein. Noch dazu ist Trump bei aller Selbstverblendung zu sehr auch von seinem eigenen Eigennutz gesteuert, um nur Marionette zu sein. Ich denke nämlich, in der Hinsicht hat er schon ein instinktives Gespür.
Vielmehr hab ich seit Jahren den Eindruck: Ja, es gab führende Republikaner, die ihn damals als Marionette zur Mobilisierung der Massen an den Start bringen wollten. So ähnlich wie die Konservativen 1933 dachten, ach, Hitler kriegen wir schon gesteuert. Aber genau wie damals hat die Marionette sich als wesentlich widerspenstiger und selbstbestimmter erwiesen. In den letzten Jahren hat Trump erkennbar jeden Kopf bei den Republikanern kaltgestellt und von sich abhängig gemacht, der vorher hätte die Strippen ziehen können.
Und die Wirtschaftsköpfe, die vielleicht die Strippen ziehen könnten, die müssten sich gerade wohl auch fragen - war das so gut? Oder sie sind schlecht im Strippen ziehen. Der Apple-Chef wollte sich bei Trump einschleimen, hat jetzt über 200 Milliarden in zwei Tagen verloren. Musks Verluste will ich gar nicht mehr beziffern. Ich bin sicher, diese Liste ließe sich fortsetzen.
Ein anderer Eindruck zu Trumps Verhaltensmustern: Bei ihm wechseln schwächelnde Momente ab mit Momenten, in denen er so richtig aufdreht und übersteuert. Das erinnert mich ein wenig an Verhaltensmuster bei Hitler in seinen mittleren Kriegsjahren. Inzwischen weiß man ja, dass das damals bei Hitler u.a. am Konsum von Steroiden und anderen Substanzen lag, die ihm sein Leibarzt reinzimmerte. Und bei Trump ist die Behandlung mit Steroiden auch bereits dokumentiert - als er damals an Corona erkrankte. Ich hab den Verdacht, dass hat nie aufgehört. Und das Zeug macht was mit Menschen. Wenn man vorher schon unempathisch frei drehte, wird das noch schlimmer.

Ich denke: Trumps erratisches Verhalten spricht gegen jede Marionetten-Theorie. Denn die würde bedeuten: Es gibt nen Plan. Also einen weniger verrückten Plan. Das seh ich nicht. Klar hat Trump sich von Ideen aus verschiedenen Refugien der rechten Szene in den USA inspirieren lassen, aber ich nehme war: Er setzt es um, weil er das auch wirklich will, weil er das glaubt. Weil diese Ideen völlig ohne Manipulation mit seinem Welt-und Menschenbild zusammentreffen.

@Fanchen : Gäbs die Möglichkeit an einen Smiley, der Popcorn futtert, zu kommen? Ich finde für Trumpsurdistan brauchen wir das. :mrgreen:
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Grauer Wolf
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Re: Trumpsurdistan

Beitrag von Grauer Wolf »

Ich wage in kurzen und knappen Worten zu widersprechen und hinterfüttere meinen Widerspruch mit dem offiziellen und öffentlich zugänglichen Drehbuch des Umsturzes: Project 2025. Es soll niemand behaupten, man hätte es nicht können kommen sehen.


Edith meint:
Es gibt übrigens Hinweise darauf, daß die Liste der Zölle von ChatGPT erstellt wurde: Latin Times.
Zuletzt geändert von Grauer Wolf am Freitag 4. April 2025, 11:32, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Trumpsurdistan

Beitrag von Pirat von Rhyolith »

Ich behaupte auch gar nicht, dass Trump und sein Trupp nicht dem Project 2025 folgen. Im Gegenteil: Genau das ist der Fall.
Nur nicht als Marionette. Sondern aus eigener Überzeugung. Weil er selber das gut findet und es für richtig hält, weil es seiner Sicht auf Welt und Menschheit entgegenkommt. Deswegen gibt es keine geheimen Strippenzieher. Er zieht selbst die Strippen, diesem Programm folgend, welches er selbst für richtig hält.

Ansonsten müssten wir auch unterstellen, Klimaforscher wären heimliche Strippenzieher, wenn ein Politiker ihre Empfehlungen, die er für richtig hält, umsetzt.
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Re: Trumpsurdistan

Beitrag von Grauer Wolf »

Pirat von Rhyolith hat geschrieben: Freitag 4. April 2025, 11:03 Nur nicht als Marionette. Sondern aus eigener Überzeugung. Weil er selber das gut findet und es für richtig hält, weil es seiner Sicht auf Welt und Menschheit entgegenkommt.
Dann streiten wir uns eigentlich nur um den Begriff »Marionette«. Für mich ist auch jemand eine Marionette, der aus eigener Überzeugung aber ohne kritische Einsicht und Reflexion anderer Leute Verschwörungstheorien und Ideologien folgt.

Der ganze Mist ist nicht unter Trumps eigenen Toupet gewachsen. Dafür halte ich ihn im Gegensatz zu Putin schlicht und ergreifend für nicht intelligent genug. Trump folgt anderer Leute Verschwörungstheorien, weil er sie gut findet. Putin bastelt sich seine eigenen.

So sehe ich das jedenfalls.
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Re: Trumpsurdistan

Beitrag von Pirat von Rhyolith »

Da finde ich aber, ziehst Du den Begriff Marionette zu weit. Strippenzieher impliziert ja schon, dass jemand tatsächlich regelrecht Anweisungen gibt, auf die der Ausführende quasi nur wartet und das unabhängig davon, ob er daran glaubt oder nicht. Aber Trump glaubt daran und er handelt für mich erkennbar aus seinem eigenen Impuls heraus. Er ist in diesem Sinne nicht gesteuert.

Zieht man den Begriff so weit wie Du, dann gäbe es vermutlich niemanden, der keine Marionette ist, inklusive der mutmaßlichen Strippenzieher. Denn jeder ist von irgendwas beeinflusst. Damit verliert dann die Begrifflichkeit mangels guter Abgrenzung an Aussagekraft. Selbst Putin hat ja auch zum Teil Ideen von anderen aufgegriffen, auf gar nicht mal so unähnliche Weise wie Trump. Zum Beispiel Ideen von Alexander Dugin. Nur ist Putin wesentlich versierter darin, daraus dann realitätstaugliche Machtpolitik zu machen und untaugliches Beiweg auszusortieren. Er hat dazu mehr geistiges Rüstzeug, dass Klein-Donnie fehlt, da bin ich wiederum ganz bei Dir.

Trumps Grundproblem beim Einsatz der grauen Zellen ist dabei vermutlich nichtmal ein Mangel an Intelligenz als solcher. Sondern Defizite bei der Impulssteuerung. Sein Gebaren erinnert mich immer an einen trotzigen 3jährigen, der dummerweise im Körper eines reichen alten Sacks mit Zugang zu Atomwaffen gelandet ist.

Nachtrag: Mir fiel grad noch ein, dass ich gestern ich glaub vom Journalisten Elmar Thevessen die Schilderung gehört hab, dass Trump die Grundansicht, die anderen Länder würden die USA nur ausnutzen und wirtschaftlich plündern und dagegen bräuchte es Zölle schon auf Parties in den 1980er Jahren geäußert hat. Damals war sein Lieblingshassobjekt nur nicht die EU, sondern Japan. Damals hätte den noch niemand als Präsident auf dem Schirm gehabt. Oder als Politiker überhaupt.
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Pirat von Rhyolith
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Re: Trumpsurdistan

Beitrag von Pirat von Rhyolith »

Übrigen erste Demonstrationen auf den Heard-und McDonaldinseln:

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