Es gibt schon mehr als zwei Satirende.
Abgesehen davon, dass Lisa Eckhart schon sehr umstritten ist, so wie Dieter Nuhr. Aber für jeden gibt es die passenden Satierenden.
Nuhr spricht mich voll an. Satire tut auch schon mal weh, aber letzten Endes ist das nur ein Spiegel, der der Gesellschaft vorgehalten wird. Der eine kapierts, der andere guckt weiter in die Welt, wie ein Frettchen.
Nun ja, paßt in diese, unsere Zeit, in der wir gut und gerne Leben: Immer feste druff mit dem verbalen Vorschlaghammer. Subtile und leise Töne der kritischen Vernunft finden weder Gehör noch Verstand.
Man soll Leuten nicht Boshaftigkeit unterstellen,
wenn man ihr Verhalten genau so gut durch Dummheit erklären kann.
(Hanlon's Razor)
Ach, ich gönne mir die Freiheit, eine große Bandbreite an Kabarettisten und Satirikern anzuschauen. Je nach Befinden und auf welchen Stil ich gerade Lust hab. Das reicht von der bereits erwähnte Lisa Eckhart und dem ebenfalls bereits erwähnten Nuhr über Urban Priol, Uthoff und Florian Schroeder bis hin zu Nikita Miller und Torsten Sträter (und ich habe hier nichtmal alle Namen genannt). Ich muss dabei keinem von diesen in allem zustimmen, nichtmal um Lachen zu können. Wichtiger ist mir, dass trotz allen Schmunzelns zur Reflektion eingeladen wird. Und das kann ja auch - oder vielleicht sogar gerade dann - stattfinden, wenn man bei einer Aussage eines Kabarettisten nicht zustimmen mag und sich denkt: Der erzählt doch grad Quatsch, selbst als Witz. Das verstehen viele nicht. Daraus resultiert auch meiner Meinung nach der oft vorgebrachte Vorwurf, Nuhr sei rechts oder gar rechtsradikal. Das kann ich nicht sehen. Dass er mal Witze über die Klimabewegung machte, die schlecht faktisch unterfüttert waren, macht einen doch nicht dazu. Auch nicht, dass er manche Sichtweisen aufs Leben aus dem, was sich heutzutage so "woke" schimpft, anzweifelt. Diese Zweifel sind sein gutes Recht und bei jedem Witz eine Doktorarbeit zur Faktenlage verfasst zu haben ist als Satiriker nicht seine Pflicht. Mal abgesehen davon, dass diese Sicht auf Nuhr ausklammert, dass er sehr oft sehr explizit Stellung GEGEN Rechts, GEGEN die AfD und GEGEN jeden Extremismus bezogen hat. Und da bin ich wieder bei ihm, auch wenn ich bei anderen Sachen sagen würde: Dieter, red nicht so nen Müll. Geschenkt - Nuhr hat wie andere Kabarettisten auch seine Momente und es stünde allen gut an, bei einer Person wie ihm tatsächlich gelassener zu sein.
Jetzt sind wir aber abgeschweift...äh...ich warte immer noch auf die neue Regierung, damit ich wieder was hab, wovon ich was halten darf oder auch nicht. Ich befürchte, egal wie die Regierungsmannschaft bald aussieht, sie wird uns nur enttäuschen können. Die zu bohrenden Brett sind so dick, die meisten Minister werden im deutschen Politikumfeld wohl nur scheitern können und das macht mir Sorgen. Viel wird wahrscheinlich von den Charakteren abhängen, die man auf die Ministerien hieven wird. Dinge, vor denen mir graut: Hubertus Heil in der dritten Regierung in Folge als Arbeitsminister. Bitte nicht, wir brauchen da mal nen neuen Kopf, frischen Wind. - Ein CSU-Minister im Verkehrsministerium. Womöglich nochmal Scheuer? Oh Goth...gut, für die Satire wär's super. - Ebenso unschön: Ein CSU-Typ als Innenminister. ich will keinen von denen als meinen Dienstherrn....arrrrggg... (ich arbeite in einer Bundesbehörde....hier wird tatsächlich gerade darüber gekungelt, wer mein künftiger Chef aller Chefs wird).
Pirat von Rhyolith hat geschrieben: ↑Dienstag 1. April 2025, 23:23
Oh Goth...gut, für die Satire wär's super.
Das ist ja das traurige: Je schlechter die Regierung, desto besser das politische Cabaret. Ich bin gespannt, ob Spitting Image demnächst wieder aufersteht.
Man soll Leuten nicht Boshaftigkeit unterstellen,
wenn man ihr Verhalten genau so gut durch Dummheit erklären kann.
(Hanlon's Razor)