Wahlen

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Grauer Wolf
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Re: Wahlen

Beitrag von Grauer Wolf » Sonntag 26. Mai 2019, 20:53

Wenn Wahlen etwas ändern würden, dann hätte man sie schon längst abgeschafft.
So lange die Wahlen ihren Sinn und Zweck erfüllen und dafür sorgen, daß mindestens eine der beiden ehemaligen Volksparteien an die mit dem Regieren verbundenen Futtertröge kommt, haben selbige keinerlei Veranlassung, die Wahlen als solche abzuschaffen.

Erst wenn beide ehemaligen Volksparteien gleichzeitig in der Opposition landen, werden sie über ein entsprechendes Verbot nachdenken. Dann sind sie zum Glück jedoch nicht mehr in der Lage, entsprechende Gesetze zu verabschieden.

Und wenn sich der derzeitige Trend weiter fortsetzt, werden wir alle noch erleben, daß die beiden ehemaligen Volksparteien gleichzeitig in der Opposition sitzen. Das wird dann echt spannend.

Ich sehe die Sache mit den Wahlen also nicht ganz so schwarz. :P

Hinzugefügt nach 58 Minuten 24 Sekunden:
Ähm... ich muß mich korrigieren.

Es steht zu befürchten, daß die ehemaligen Volksparteien in einigen der eher östlichen Bundesländer durch ein noch größeres Übel ersetzt werden. Bei diesem Gedanken läuft es mir eiskalt den Rücken runter. Was ist nur im Osten los, daß die ihr Heil im Wahnsinn suchen?!?
Am gefährlichsten ist die Weltanschauung derer, die die Welt noch nie angeschaut haben.
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Phönix75
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Re: Wahlen

Beitrag von Phönix75 » Sonntag 26. Mai 2019, 22:10

Ich befürworte die Art zu wählen, vorallem hier im Osten nicht. Aber ich kann die Menschen durchaus verstehen. Wenn man ab der Wende mehr oder weniger von oben (in eine Arroganz) herab ignoriert wird, dann muss man sich nicht über Konsequenzen wundern. Ich glaube, dass ist deutlich schonungsloser, als es je im Westen passieren könnte. Und dieses Übel haben einzig und allein die großen Parteien zu verantworten. Sonst niemand.
Nichts ist, wie es scheint.

Grauer Wolf
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Re: Wahlen

Beitrag von Grauer Wolf » Sonntag 26. Mai 2019, 22:22

Okay.... Daß unsere Brüder und Schwestern (O-Ton Kohl) in Neufünfland nicht sonderlich gut auf die Union zu sprechen sind, deren Oberbirne ihnen dereinst blühende Landschaften versprochen hat, um sie -- einmal gewählt -- dann nach Strich und Faden zu verarschen und zu verkaufen, kann ich bestens nachvollziehen. Aber ich würde jetzt davon ausgehen, daß man einem solchen Rattenfänger nur einmal auf den Leim geht. Jetzt kommt die Affendeh, verspricht wieder den Himmler auf Erden -- und schon läuft ihnen ein gutes Drittel der Wähler hinterher. Haben die nichts gelernt? Meinen die echt, daß sie diesmal nicht wieder verarscht werden? Wer Protest wählen will, dem stehen wahrlich bessere Alternativen zu Verfügung. Ich raff's einfach nicht...

Sonneborn meinte: Die intelligenten Protestwähler wählen Die Partei, die dummen AfD.
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blacksister´s ghost
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Re: Wahlen

Beitrag von blacksister´s ghost » Sonntag 26. Mai 2019, 22:38

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Phönix75
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Re: Wahlen

Beitrag von Phönix75 » Montag 27. Mai 2019, 06:12

blacksister´s ghost hat geschrieben:
Sonntag 26. Mai 2019, 22:38
Ich hab schon damals die Meinung vertreten und tu es auch jetzt noch, bevor ich eine solche Partei aus Wut wähle, geb ich meine Stimme doch lieber einer Tierschutz oder Familien bzw. Rentnerpartei.

Ja, das ist nun deine, meine und wahrscheinlich die überwiegende Meinung hier im Forum. Aber wenn man Tierschutz, Familie bzw. Rentnerpartei aus WUT wählt... ähem. Das entbehrt für mich der Realität und klingt reichlich absurd. Man sieht doch, wie allergisch die großen Parteien auf die AfD reagiert. Aber mehr als hohles Geblubber kommt dabei nicht herum. Man könnte denken, die lernen etwas draus und versuchen etwas anders zu machen, aber weit gefehlt. Also scheint die AfD noch nicht stark genug zu sein und der Druck nicht groß genug. Ich vernehme da eine politische Lethargie, die mit einer Verachtung für insbesondere den Osten und dem Wettern auf die AfD einhergeht. Das wars aber schon. Vor der eigenen Haustür kehren wäre zu mühselig. Da treibt man lieber noch mehr Leute zur AfD. Aber das Phänomen ist doch europaweit zu sehen. Es ist also nicht nur auf Deutschland beschränkt.

Es gab neulich mal eine recht differenzierte Diskussion (bei Hart aber Fair ->ARD), was den Begriff Populismus angeht. Jede Partei ist in einer Art und Weise populistisch, wenn es darum geht, Stimmungen aus dem Volk aufzunehmen und für's politische Weiterkommen zu verwenden. Aber der Begriff Populismus (hier in einer negativen Konnotation) wird weitgehend nur im rechten Spektrum verwendet, was somit schon von Hause aus ein Abstempeln bedeutet. Dem ist aber nicht so. Die Grünen sind ebenso populistisch und haben doch das Thema Klimaschutz mit den Kinders auf der Strasse zu ihrem Thema gemacht. Da waren auch kurzsichtige Ziele und Forderungen das Mittel, ohne darauf zu schauen, was das überhaupt bedeutet und ob das alles sozial verträglich ist. Hinzu kommt noch eine verdammt hohe Doppelmoral, im Gegensatz zu anderen Parteien und ihren Wählern. Grün gewählt und mit dem SUV zum Wahllokal gefahren. *Top! und Daumen hoch!* Aber dumme Kinders lassen sich eben noch viel besser einspannen, für ein verhältnismäßig greifbares Thema.
Nichts ist, wie es scheint.

blacksister´s ghost
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Re: Wahlen

Beitrag von blacksister´s ghost » Montag 27. Mai 2019, 08:15

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blacksister´s ghost
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Re: Wahlen

Beitrag von blacksister´s ghost » Montag 27. Mai 2019, 16:36

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Blackshiro
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Re: Wahlen

Beitrag von Blackshiro » Montag 27. Mai 2019, 18:12

blacksister´s ghost hat geschrieben:
Montag 27. Mai 2019, 16:36
Auf der einen Seite is es schön, dass die Leute soviel Auswahl geboten bekommen und irgendwie fast alle Bereiche abgedeckt werden. Auf der anderen Seite weiß ich aber nich, ob es wirklich so gut is, weil sich die Stimmen der Leute dann verteilen und keine Partei wirklich soviel Prozente bekommt um mitwirken zu können.
Dank den 'Großen', die es 2018 durchgesetzt haben, gilt ab der nächsten Wahl ohnehin wieder eine Sperrklausel, was in Deutschland wieder eine 5%-Hürde bedeuten könnte - ein Schelm, wer dabei Böses denkt, denn ua die PARTEI wird damit nicht mehr ins EU-Parlament kommen (wobei, bei dem diesjährigen Ergebnis... wer weiß.) Siehe dazu auch hier

Ich persönlich bin überrascht, dass die CDU im Vergleich zur SPD 'nur' ca. 8% verloren hat und nach wie vor stärkste Kraft ist - ich hätte mir einen noch viel größeren Verlust gewünscht.
Für die SPD bleibt jetzt zu hoffen, dass sie wirklich mal die Änderungen, von denen sie seit Jahren faseln, durchsetzen... aber nach dem gestrigen Auftritt glaub ich da nicht so recht dran. Nahles will nicht aufgeben, Scholz will den Posten, ausgerechnet Schulz will es nochmal versuchen... mit denen an der Spitze wird die SPD in der Bedeutungslosigkeit verschwinden - schade für die Jusos, die mit Kevin Kühnert meines Erachtens nach viele gute Ideen geliefert haben, die der SPD genau das zurückgegeben hätten, was ihnen im Moment fehlt.
Fand es auch bezeichnet, wie aufgebläht man das Interview bzgl. Enteignungen diskutiert hat. Für mich wirkte das eher so, als wolle man mit aller Macht aufzeigen, dass die SPD 'böse' ist - hat anscheinend ja geklappt.

Dass die AFD vor allem im Osten so stark ist, hat mich nicht überrascht - ich hab im Gegenteil mit 12 - 15% gerechnet, daher sind 'nur' 10 für mich schon okay.

Ich hab die Hoffnung, dass die PARTEI sich jetzt noch stärker einbringt, als bisher schon, um dann in 5 Jahren vielleicht doch die 5% knacken zu können. Sonneborn hat dazu vor ein paar Tagen ja ein schönes Interview gegeben, das, finde ich, schon erahnen lässt, dass es ihm ernster ist, als es möglicherweise am Anfang war - vielleicht auch grade weil er gemerkt hat, dass er etwas bewegt, sowohl politisch, als auch bei den Menschen. Denn 2,8% - die bekommt keine Spaßpartei. Ist jedenfalls meine Meinung.
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Phönix75
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Re: Wahlen

Beitrag von Phönix75 » Montag 27. Mai 2019, 19:14

Hier in Berlin hat Die Partei 4,8% bekommen. Das lohnt sich langsam, dieser Partei weiterhin die Stange zu halten. Ich finde, Politik sollte eh mit etwas mehr Humor genommen werden. ;)


@blacksister´s ghost

Du willst jetzt aber die AfD nicht mit der NSDAP gleichsetzen, oder?

Du bohrst irgendwie im gleichen Loch, wie die Meisten, die nicht differenzieren können. Stell dir doch einfach mal die Frage, warum es die AfD schafft Leute für sich zu mobilisieren und die SPD/CDU nicht. Manchmal muss man sich da ein wenig hineindenken und nicht wie der Mainstream gleich auf Abwehrhaltung und vehement vom Leder ziehen. Das ist nämlich genau das, was Ihnen den Zulauf bringt.
Im Übrigen: Wenn du dich in einer Strassenbahn/Bus etc. bewegst, kannst du dich ja mal fragen, wer von den etwa 16 Fahrgästen neben dir, die AfD gewählt hat. Im Schnitt dürften das 4 sein... Das sind dann alles ganz sicher Nazis... oder sie sind einfach nur unzufrieden. ;)
Zuletzt geändert von Phönix75 am Montag 27. Mai 2019, 19:31, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wahlen

Beitrag von Grauer Wolf » Montag 27. Mai 2019, 19:28

Nach dem Wahldebakel der CDU möchte AKK die Meinungsfreiheit im Internet vor Wahlen einschränken, auf daß solche Dinge wie das Rezo-Video nie wieder passieren.

Ich habe die CDU weiter oben schon als staatszersetzend bezeichnet. Inzwischen bin ich zur Überzeugung gelangt, daß sie als verfassungsfeindlich verboten gehört.
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