Wahrheit vs. Subjektivität ?

Religionen, Wissenschaften, Theorien etc.
Soiled
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Re: Wahrheit vs. Subjektivität ?

Beitrag von Soiled » Montag 23. Juli 2018, 14:37

Graves hat geschrieben:
Montag 23. Juli 2018, 13:56
Ich rede hier nicht von Fachmagazinen in denen durchgeführte Studien veranschaulicht werden.
Ah, danke für die Präzisierung. Wenn ich "wissenschaftlich bewiesen" lese denke ich natürlich nicht nur an Mathematik, sondern auch an andere (exakte) Wissenschaften.
Zumal ich sowieso keiner Statistik traue, weil man sie nach Lust und Laune fälschen und das gewünschte Ergebnis erzielen kann.
Falsch formuliert imho - Statistik an sich ist imo durchaus vertrauenswürdig, ist ja nix anderes als Mathe, was man, wenn man Lust und Laune hat, auch selber durchrechnen kann. Genau dafür sind statistische Tests ja da. Viel eher scheinst Du den Leuten nicht zu trauen, die sie durchführen. Oder den Daten, auf denen die statistische Auswertung beruht. Das ist ja auch legitim - selbst bei der saubersten Durchführung können sich da Fehler einschleichen.

Aber wem oder was traust Du dann? Deiner eigenen Wahrnehmung? Auch Deine Erfahrungen sind nur eine Statistik, eine ziemlich beschissene und komplett verzerrte obendrein. ;)

Ich bin da ja eher pragmatisch; um zu glauben, daß Du tatsächlich in NRW wohnst, würde mir z.B. schon ein Schriebs vom Einwohnermeldeamt reichen. Obwohl man den natürlich auch fälschen könnte, schon klar. Wenn man mag kann man natürlich auch die Existenz von Dir, NRW und der Welt generell anzweifeln, weil ja keins davon tatsächlich bewiesen werden kann, aber das find ich dann doch ein bißchen albern. :lol:
Le bon sens est la chose du monde la mieux partagée: car chacun pense en être si bien pourvu, que ceux même qui sont les plus difficiles à contenter en toute autre chose, n'ont point coutume d'en désirer plus qu'ils en ont. - René Descartes -

Phönix75
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Re: Wahrheit vs. Subjektivität ?

Beitrag von Phönix75 » Montag 23. Juli 2018, 21:18

Wissenschaft und Wahrheit... seit geraumer Zeit scheint die Fake Science mit fragwürdigen Studien immer beliebter unter "Wissenschaftlern" zu werden. Man kann eben auch da die "Wahrheit" dehnen und für seine Zwecke missbrauchen. Vorhin erst so nebenbei im TV gesehen mit Verweis auf eine Reportage "Fake Science - Die Lügenmacher".
Nichts ist, wie es scheint.

Soiled
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Re: Wahrheit vs. Subjektivität ?

Beitrag von Soiled » Dienstag 24. Juli 2018, 09:08

Phönix75 hat geschrieben:
Montag 23. Juli 2018, 21:18
Vorhin erst so nebenbei im TV gesehen
Aber dem Fernsehen, dem Volksverdummungsmedium Nummer 1, dem glaubst Du? :lol:

Ich hab's ja selber schon gesagt, daß da einiges im Argen liegt, gar keine Diskussion. Sowas ist ein alter Hut. Die einzige Methode, die IMHO dagegen hilft, ist Transparenz, Transparenz und noch mehr Transparenz. Ob sich dann tatsächlich jemand die Mühe macht und die Methoden durchliest ist immer noch fraglich, grade Wissenschaftsjournalisten sollten das ja durchaus mal machen, aber ich glaub die haben dafür einfach zu wenig Ahnung von Mathe. Bei Wirtschaftsstatistik werfe ich ja auch das Handtuch, die bewegen sich da in Sphären, die mir einfach zu heftig sind.
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blacksister´s ghost
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Re: Wahrheit vs. Subjektivität ?

Beitrag von blacksister´s ghost » Dienstag 24. Juli 2018, 11:33

Also ich bekomm die Worte Wahrheit und Wahrnehmung für mich nich unter einen Hut.
Nur weil ich etwas wahrnehme ist es doch noch längst nich wahr.
Wahrheit hat für mich immer mit etwas zu tun, was eben ist wie es ist. Wo man drehen und schieben kann wie man will, aber der Kern bleibt.
Wahrnehmung basiert doch auf der eigenen Sicht und Auffassung. Nur weil ich etwas meine, können 10 andere doch dagegen sein.
*Schulterzuck*

Phönix75
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Re: Wahrheit vs. Subjektivität ?

Beitrag von Phönix75 » Dienstag 24. Juli 2018, 20:52

Soiled hat geschrieben:
Dienstag 24. Juli 2018, 09:08
Phönix75 hat geschrieben:
Montag 23. Juli 2018, 21:18
Vorhin erst so nebenbei im TV gesehen
Aber dem Fernsehen, dem Volksverdummungsmedium Nummer 1, dem glaubst Du? :lol:

Ich hab's ja selber schon gesagt, daß da einiges im Argen liegt, gar keine Diskussion. Sowas ist ein alter Hut. Die einzige Methode, die IMHO dagegen hilft, ist Transparenz, Transparenz und noch mehr Transparenz. Ob sich dann tatsächlich jemand die Mühe macht und die Methoden durchliest ist immer noch fraglich, grade Wissenschaftsjournalisten sollten das ja durchaus mal machen, aber ich glaub die haben dafür einfach zu wenig Ahnung von Mathe. Bei Wirtschaftsstatistik werfe ich ja auch das Handtuch, die bewegen sich da in Sphären, die mir einfach zu heftig sind.
Du scheinst die Weisheit auch mit dem Löffel gefressen zu haben oder wie soll man sonst deine (Aus-)Einwürfe verstehen?

Wenn man selektiv TV schaut, kann das sogar noch bilden. Aber das wird bei dir nüscht mehr.^^ Meine Güte, du weißt tatsächlich alles und und gibst überall deinen Senf dazu. Ich verneige mich. :roll: Aber vielleicht ist das auch nur billiges Geltungsbedürfnis...
Nichts ist, wie es scheint.

CharlotteSchlotter
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Re: Wahrheit vs. Subjektivität ?

Beitrag von CharlotteSchlotter » Dienstag 24. Juli 2018, 21:46

Also ich bekomm die Worte Wahrheit und Wahrnehmung für mich nich unter einen Hut.
Nur weil ich etwas wahrnehme ist es doch noch längst nich wahr.
Wahrheit hat für mich immer mit etwas zu tun, was eben ist wie es ist. Wo man drehen und schieben kann wie man will, aber der Kern bleibt.
@blacksister´s ghost : Aber um eine Aussage dazu zu treffen, ob etwas ist, wie es ist, musst du es vorher wahrgenommen haben. Wahrnehmung ist die Voraussetzung für jede Annahme über das Wesen der DInge. Es sei denn, du gehst davon aus, dass wir die Vorstellung von der Wahrheit quasi schon in uns tragen, ohne dass sie jemals vorher von uns gesehen oder sonstwie durch den Sinnesapparat erfasst wurde.

Zum Thema Statistik hilft m.E. auch Transparenz nicht wirklich, denn die meisten Verfahren sind so kompliziert, dass selbst der Durchführende nicht mehr genau weiß, was er da eigentlich treibt bzw. was die Software da treibt. Manchmal reicht es schon, einen winzigkleinen Parameter im Modell anders zu definieren und plötzlich werden aus nicht signifikanten signifikante Ergebnisse. In den Sozialwissenschaften können dann schon abenteuerliche Dinge "bewiesen" werden.

Bloody Arthur
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Re: Wahrheit vs. Subjektivität ?

Beitrag von Bloody Arthur » Mittwoch 25. Juli 2018, 10:10

Soiled hat geschrieben:
Dienstag 24. Juli 2018, 09:08

Aber dem Fernsehen, dem Volksverdummungsmedium Nummer 1, dem glaubst Du?
Alles "Lügenpresse"? ;)
Es scheint sich zumindest um eine Doku zu handeln die in den öffentlich rechtlichen ausgestrahlt worden ist... Also kein RTL... Von daher würde ich nicht von Vorneherein ausschließen, dass es ne Doku mit Wahrheitsgehalt sein könnte.
Das Medium Dokumentation ist ja nicht an sich böse. :D
Phönix75 hat geschrieben:
Dienstag 24. Juli 2018, 20:52
Ich verneige mich. Aber vielleicht ist das auch nur billiges Geltungsbedürfnis...
Ironie on: Sei doch nicht immer so demütig und selbstkritisch. Eine Verbeugung ist doch eine noble Geste, deswegen würde ich dir, Phönix, noch lange kein "billiges Geltungsbedürfnis" unterstellen wollen... Ironie off :lol:

.........
Zum Thema Statistik...
Ich finde es fragwürdig Statistiken, generell die Glaubwürdigkeit abzusprechen. Nur Weil diese Methode teils manipuliert und damit Missbraucht wird, ist die Methode an sich doch noch nicht schlecht.
Welche Methode soll man denn sonnst verwenden um z.B. den Krankheitsverlauf irgendeiner Krankheit zu erkennen/bestimmen? Sich auf die Aussage eines Einzelnen beziehen? Oder auf die eigene Erfahrung? Da dürfte selbst eine fehlerhafte Statistik noch genauer sein.
Davon abgesehen vertraue ich einer Statistik nicht Blind... Aus den von euch genannten Gründen.
Was ich recht spannend finde sind... äh... Metaanalysen/Studien (richtiges Wort?) Also z.B. Forscher die aus verschiedenen Statistiken zu ein und dem selben Thema eine große Statistik anfertigen... Da sieht man dann ganz gut, welche Statistik total aus dem Rahmen fällt, mit welcher also irgendetwas nicht stimmen kann...
Zuletzt geändert von Bloody Arthur am Mittwoch 25. Juli 2018, 15:28, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Wahrheit vs. Subjektivität ?

Beitrag von blacksister´s ghost » Mittwoch 25. Juli 2018, 11:05

CharlotteSchlotter hat geschrieben:
Dienstag 24. Juli 2018, 21:46


@blacksister´s ghost : Aber um eine Aussage dazu zu treffen, ob etwas ist, wie es ist, musst du es vorher wahrgenommen haben. Wahrnehmung ist die Voraussetzung für jede Annahme über das Wesen der DInge. Es sei denn, du gehst davon aus, dass wir die Vorstellung von der Wahrheit quasi schon in uns tragen, ohne dass sie jemals vorher von uns gesehen oder sonstwie durch den Sinnesapparat erfasst wurde.
Vll. seh ich in dem Wort Wahrheit auch einfach was anderes...keine Ahnung.

Elric
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Re: Wahrheit vs. Subjektivität ?

Beitrag von Elric » Mittwoch 25. Juli 2018, 18:30

Ich finde diesen erkenntnistheoretischen Ansatz interessant, aber letztendlich istb er für das (selbst eingebildete) Leben völlig irrelevant...

...egal, was wir nun sind oder nicht sind, vielleicht eben doch nur Programme auf einem mondgroßen Röhrencomputer, egal, ob wir die rote oder die blaue Pille nehmen, was wir wahrnehmen ist unsere Welt, unsere Realität; wir haben nur unseren Sinnesapparat und er erzeugt unsere Welt...

...natürlich ist es möglich, die Tore der Wahrnehmung wenn schon nicht auf- doch ein wenig anzustubsen (immer im Rahmen der vom Gesetzgeber aufgestellten Regeln versteht sich...), aber das versorgt uns bestenfalls mit anderen Perspektiven und neuen Ungewissheiten...

Phönix75
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Re: Wahrheit vs. Subjektivität ?

Beitrag von Phönix75 » Mittwoch 25. Juli 2018, 20:32

Bloody Arthur hat geschrieben:
Mittwoch 25. Juli 2018, 10:10

Ironie on: Sei doch nicht immer so demütig und selbstkritisch. Eine Verbeugung ist doch eine noble Geste, deswegen würde ich dir, Phönix, noch lange kein "billiges Geltungsbedürfnis" unterstellen wollen... Ironie off :lol:

Krampfhafte Ironie ist langweilig. Allerdings stünde Demut und Selbstkritik jedem gut zu Gesicht. Insofern gehe ich mal mit gutem Beispiel voran, auch wenn ich nur Bezug zu deiner mühsamen Ironie nehme. ;)


Statistiken sollen Wahrheiten widerspiegeln? Selten so gelacht.
Nichts ist, wie es scheint.

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