AFD - Retter oder Untergangsbringer?

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Evanahhan
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Re: AFD - Retter oder Untergangsbringer?

Beitrag von Evanahhan »

Phönix75 hat geschrieben: Donnerstag 27. Februar 2025, 20:09 Zusammen für eine besser Politik demonstrieren... das wärs.
Das Problem ist doch, dass die Vorstellungen davon, wie eine bessere Politik aussähe, vollkommen verschieden ausfallen. Genau dafür gibts ja prinzipiell Parteien, damit sich Leute mit ähnlichen Vorstellungen zusammenfinden und entsprechend die Wähler ansprechen, um dann innerhalb einer Regierung diese Vorstellungen in Gesetze zu gießen. Deshalb müssten sich eigentlich mehr Menschen in Parteien engagieren, um Konzepte zu erarbeiten.

Es ist ja leider nicht so, dass es den einen richtigen Weg gibt. Und selbst wenn wir verantwortungsbewusste Politiker an der Spitze hätten, die sich uneigennützig und unabhängig von gewissen Lobbygruppen und Wahlterminen um das langfristige Wohl des Landes bemühen würden (Veränderungen brauchen halt oft mehr Zeit als eine Legislaturperiode), hätten auch diese kaum Einfluss auf die Umstände, die von außen auf uns wirken. Das ganze Wirtschaftssystem z. B. ist nunmal auch global und lässt sich nicht mal eben ändern, auch wenn es für viele grundlegende Probleme verantwortlich ist…
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Grauer Wolf
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Re: AFD - Retter oder Untergangsbringer?

Beitrag von Grauer Wolf »

Evanahhan hat geschrieben: Donnerstag 27. Februar 2025, 22:48 Das Problem ist doch, dass die Vorstellungen davon, wie eine bessere Politik aussähe, vollkommen verschieden ausfallen. Genau dafür gibts ja prinzipiell Parteien, damit sich Leute mit ähnlichen Vorstellungen zusammenfinden
In der Tat. Aber genau dieses System steht sich inzwischen selbst im Weg. Es gibt inzwischen zu viele verschiedene Vorstellungen, wie eine bessere Politik aussehen könnte und müßte. Dementsprechend sind heutzutage auch mehr Parteien im Bundestag vertreten als noch vor 50 Jahren. Und das führt dann dazu, daß keine Partei mehr alleine regieren kann, sondern eine Koalition schmieden muß -- die dann aber verschiedene Interessen unter einen Hut bringen muß. Kompromisse sind also angesagt.

Wenn jetzt aber über Jahrzehnte und Generationen hinweg immer die selben eigentlich inkompatiblen Koalitionäre in verschiedenen Mischungsverhältnissen die Regierung stellen, kommt am Ende allerdings nur noch ein politischer Einheitsbrei aus Minimalkompromissen heraus. Die ursprünglichen Ziele und Identitäten der koalierenden Parteien werden verwischt. Größere Richtungsänderungen sind nicht mehr drin. Es wird nur noch passiv verwaltet und reagiert statt aktiv und gestaltend regiert.

Und es passiert immer öfter, daß genau der eine Punkt, weshalb ich meine Stimme dieser einen Partei gegeben habe, unter den Tisch fällt, vielleicht sogar des Kompromisses wegen genau das Gegenteil dessen gemacht wird, weswegen ich diese eine Partei gewählt hatte. Und das schmeckt den Wählern immer weniger. Die meisten Wähler wollen keine Kompromisse sondern klare Verhältnisse, wollen klare Fronten zwischen den Parteien. Oder anders gesagt: Die Wähler erwarten von den Parteien etwas, was diese nur noch aus der Opposition heraus liefern können, nicht aber wenn sie Teil der Regierungskoalition sind.

Wenn dann eine Partei wie die AfD die Opposition anführt, wird's langsam aber sicher brenzlig.
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Black Alice
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Re: AFD - Retter oder Untergangsbringer?

Beitrag von Black Alice »

Dieser Einheitsbrei entsteht doch dadurch, dass die großen Parteien alle nicht mehr zu ihren eigentlichen Wurzeln stehen und meinen in der Mitte stehen zu müssen. Dadurch entsteht ein Einheitsbrei. Eine Mitte gibt es eigentlich gar nicht. Entweder man steht links oder rechts, dazu kommen noch Tendenzen die einen eher links von ganz rechts oder rechts von ganz links verorten, aber niemals in der Mitte. Mitte bedeutet von allen Seiten gleich viel mitzunehmen, damit aber hat man keine klare Linie mehr. Merkel war ja das Beste Beispiel dafür. Ohne klare Linie bleibt alles liegen, weil man keine klaren Ziele mehr hat. Man sollte den Mut haben wieder zu seinen Wurzeln zu stehen.
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Grauer Wolf
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Re: AFD - Retter oder Untergangsbringer?

Beitrag von Grauer Wolf »

@Black Alice Da bin ich ganz meiner Meinung :D

Bloß: Wenn man mit ganz links oder ganz rechts nicht koalieren will, auf der eigenen Seite des politischen Spektrums keine Mehrheit mehr findet, dann ist die Versuchung groß, über die Mitte hinweg zu koalieren -- aus historischen Gründen "Große Koalition" genannt. Und dann liegt der politische Schwerpunkt ganz zwangsläufig halt eher in der Mitte. Je nach dem, welcher Partner gerade ein paar Abgeordnete mehr hat, oder welche Junior-Partei auch noch mit auf der Regierungsbank sitzt, mal etwas links oder etwas rechts der Mitte.

Gut finde ich das nicht. Und den gemäßigten Parteien tut diese Profillosigkeit in der Tat auch nicht gut. Aber Merkel finde ich hier jetzt nicht das beste Beispiel. Die gute Frau war immer nur an politischer Karriere und Macht interessiert. Sie war nie aus echter Überzeugung in der CDU sondern aus dem Kalkül heraus, als Frau in diesem Altmännerclub am ehesten auf einen grünen Zweig zu kommen. Und sie hat mit ihrer Politik der ruhigen Hand genau das geliefert, was der Michel unter seiner Schlafmütze haben wollte: politischen Wohlfühl-Tiefschlaf.

Und sie hat Merz abgesägt und verhindert.

Aber was wäre die derzeit mögliche Alternative? Eine rechte Koalition aus CDU und AfD. Wäre vielleicht mal eine ganz gute Möglichkeit, das rechte Modell zu entzaubern. Kann aber auch ganz böse in die Hose gehen, wenn die Leute nicht mehr blicken und auch nicht mehr blicken wollen, daß und weshalb eine solche Koalition krachend gescheitert sein wird -- und dann erst recht AfD wählen.

Die Demokratie ist die einzige Regierungsform, die von der großen Masse der Leute Bildung und Vernunft erfordert. Da aber Dummheit einfacher und billiger zu haben ist als Bildung...
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Black Alice
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Re: AFD - Retter oder Untergangsbringer?

Beitrag von Black Alice »

Also will das Volk wieder einen Kaiser? Naja, der jetzige Thronfolger ist auch nicht gerade die hellste Kerze auf der Torte...
Und alle, die sich als die großen Führer sehen schon gar nicht.

Also bleiben wir lieber bei der Demokratie.

Ja, nicht so einfach...
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Grauer Wolf
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Re: AFD - Retter oder Untergangsbringer?

Beitrag von Grauer Wolf »

Black Alice hat geschrieben: Samstag 1. März 2025, 03:04 Also will das Volk wieder einen Kaiser?
Ich befürchte, letztendlich, ja. Vielleicht nicht unbedingt einen Kaiser, aber zumindest einen starken Mann. Oder eine starke Frau. Jemanden, der mit der flachen Hand auch mal auf den Tisch hauen und aufräumen kann, das Gefühl vermitteln kann, daß wir wieder "wer" sind. Daß die Geschichte oft genug gezeigt hat, daß das meist in einer Katastrophe endet... wen kümmert's?

»Hegel bemerkte irgendwo, daß alle großen weltgeschichtlichen Tatsachen und Personen sich sozusagen zweimal ereignen. Er hat vergessen, hinzuzufügen: das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce.« (Karl Marx, Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte, 1852).

»It has been said that history repeats itself. This is perhaps not quite correct; it merely rhymes.« (Theodor Reik, The Unreachables, 1965)
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Phönix75
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Re: AFD - Retter oder Untergangsbringer?

Beitrag von Phönix75 »

Wenn Menschen lernfähig wären und aus der Geschichte irgendwie schlauer hervorgehen würden, dann gäbe es jetzt keine AfD. Zudem kommt noch dazu, dass man an keiner Stelle verhindert, dass das Ungleichgewicht von bestimmten Bevölkerungsgruppen immer größer wird. Zuerst natürlich zu nennen, die Schere zwischen arm und reich. Das birgt verdammt viel Gefahrenpotential, vorallem auch weltweit. Wenn ich mir so einen Clown, wie Musk ansehe, der nun schalten und walten kann, weil er es einfach kann und man ihn lässt unter so einem noch größeren Clown, wie Trump, dann sehe ich schwarz für die Zukunft. Und wenn die dann noch Hand in Hand mit Putin gehen... dann gute Nacht.
Wie hat man doch in Grünheide dem Musk den roten, äh... eher den goldenen Teppich ausgerollt und nun fickt er die deutsche Politik, wo er nur kann. Nur noch Irre auf der Welt und D mittendrin. Deswegen sollte in Windeseile Europa zusehen eine Einheit zu bilden und verdammt wehrfähig werden. Immerhin haben wir auch 2 Atommächte am Start, die in gewisser Weise abschrecken können. Scheinbar geht Frieden nur über Abschreckung und kalten Krieg.
Den Punkt der Kleinstaaterei haben wir eben noch nicht überwunden, weil die etablierte Politik mit ihrem Establishment nicht fähig ist, den deutlich größten Teil der europ. Bevölkerung so zufrieden zu stellen, dass es keine radikalen Auswüchse an den Rändern gibt. Den Regulierungswahn der EU sei auch Dank. Man kann nur hoffen, dass sich das zukünftig ändert.
Nichts ist so, wie es scheint.
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Herbstlaubrascheln
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Re: AFD - Retter oder Untergangsbringer?

Beitrag von Herbstlaubrascheln »

Viken hat geschrieben: Donnerstag 27. Februar 2025, 19:21 Nein, weiß ich natürlich nicht. Aber darum geht es auch nicht.
Ich wollte darauf hinaus, dass Du es ja nicht weißt - in meinen Augen gehts dann durchaus ein bisschen da drum; sonst würdest Du es ja nicht mit in Deine Argumente mit einfließen lassen, wieso Phönix (jetzt etwas wilder ausgedrückt) generell lieber die Klappe halten sollte. Mir persönlich gings darum auch nicht wirklich, aber es fiel mir auf.

Wie schon erwähnt, sind die allermeisten Leute, die kritisieren, nicht in der notwendigen Position, um das Ganze "lösungsorientiert" zu tun. Ich darf durchaus etwas scheisse finden, ohne gleich eine Lösung hinterher zu werfen - zumal das Spiel SO einfach auch gar nicht funktioniert.
Im Wahlkampf der Parteien wurde einem doch auch ganz fröhlich irgendwas vorgesetzt, womit man versucht, andere Parteien erstmal auszuhebeln. Lösungen hat man da doch, wenn man ehrlich ist, auch eher weniger gehört. (Zumindest keine realistischen, ernst zu nehmenden :roll: )

Deine Behauptung bzgl Wehrdienst gegen Orientierungslosigkeit habe ich im vorherigen Post wahrscheinlich überlesen; sonst hätte ich dazu sicher etwas mehr zu sagen gehabt. :?
Da es aber hier nicht wirklicher Bestandteil des Themas ist, verkneife ich mir das an der Stelle. Wenn auch nur schwer.
Viken hat geschrieben: Donnerstag 27. Februar 2025, 19:21 Er scheint ja seit längerem unzufrieden zu sein.
Damit steht er sicherlich nicht alleine da. Bist Du es nicht?

Ansonsten: Ich lasse jedem seine Meinung, darum geht es mir hier gar nicht. *schulternzuck* - Dein Beitrag ist wirkte auf mich aber tatsächlich sehr aufgebracht. Sehr, wie Du selbst ja auch behauptest, wütend. Emotional. Das sind generell eher schlechte Grundlagen für eine vernünftige Diskussion. Das mit der Aggression kam für mich so rüber, weil Du Dich eben sehr empört geäußert hast; dazu die vielen Satzzeichen...wirkt auf mich generell immer etwas schräg, aber das darfst Du ja machen, wie Du es möchtest. Mich (!) wirft es jedenfalls, glaube ich, nicht so sehr aus der Bahn wie Dich wenn jemand andere Menschen als naiv hinstellt oder deren Meinung vollkommen ablehnt (auch dann nicht, wenns mich selbst betrifft) - deswegen können wir da einander wahrscheinlich schwerer verstehen.
Menschen schockieren mich vielleicht nicht (mehr) so schnell wie Dich und wahrscheinlich werde ich auch nicht so schnell wütend, deswegen wirkt Dein Post so...aufgebracht auf mich.
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das keine Liebe kennt." (Untoten, "Grabsteinland")
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Pirat von Rhyolith
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Re: AFD - Retter oder Untergangsbringer?

Beitrag von Pirat von Rhyolith »

Ich nehm die AfD bei dem, was sie äußert.

Lege ich das zu Grunde, würde sie aus Deutschland ein Land machen, in dem ich nicht leben möchte. In Gegenden, in denen sie viele Stimmen kriegt oder gar schon Ämter hat,
steigen nachweislich Übergriffe, auch gewalttätige, von Rechtsradikalen an (schlichte Zählung entsprechender gemeldeter Straftaten).
Außerdem leistet die AfD in meiner Wahrnehmung vorsätzlich der Menschenverachtung Vorschub, unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit.
Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, wie man das nicht sehen kann. Jedenfalls ist das meine rote Linie.

Das muss ich auch gar nicht weiter ausführen. Das ist meine Sicht der Dinge, die ich persönlich für sehr nüchtern halte.
Wer die AfD gut findet disqualifiziert sich daher auch für meinen Freundeskreis. Das gilt allerdings auch für Leute, die Dschihadisten oder die RAF gut finden.
Allen ist Menschenverachtung gemein. Bei wem ich das bemerke, ist das ein saver Weg aus meiner Kontaktliste zu fliegen. Es gibt Dinge, die ich in meinem Umfeld nicht brauche.
Aber die AfD ist die größere Gefahr in meinen Augen, weil sie realistischere Machtoptionen hat.

Inzwischen plane ich ernsthaft an Optionen für Widerstand im Falle einer Machtergreifung. Was ich vor 10 Jahren nicht für möglich gehalten hätte. :cry:
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Uwi1976
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Re: AFD - Retter oder Untergangsbringer?

Beitrag von Uwi1976 »

Na gut, mittlerweile ist die Wahl abgehakt und wir können aufhören, uns gegenseitig zu zerfleischen - es bringt sowieso nichts.
Merz ist nun Bundeskanzler und seine Wahlkampfstrategie, den Wählern dermaßen die Hucke vollzulügen, damit sie ja nicht AfD wählen, ist aufgegangen.
Zumindest auf dem Territorium der ehemaligen BRD. In den neuen Bundesländern konnte die AfD erwartungsgemäß punkten (Ausnahme Berlin, aber die tanzen ja sowieso irgendwie immer aus der Reihe).
Was ich daran bemerkenswert finde: Schon ein paar Tage nach der Wahl schien es niemanden mehr so großartig zu interessieren, was die Gründe für das Wahlverhalten der Ex-Ossis sein könnten.
Man übt sich im relativieren... Ja, ca. 20% haben die AfD gewählt, schlimm schlimm, aber hey, das bedeutet aber auch, dass 80% die AfD *nicht* gewählt haben, hurra, wir sind gerettet.
Zumindest für knapp 4 Jahre - ?

Hinzugefügt nach 11 Minuten 16 Sekunden:
Auch in Österreich scheint das erbärmliche Kasperltheater nun endlich zu Ende zu gehen.
Die FPÖ ist zwar als stärkste Fraktion aus der Wahl hervorgegangen, hat aber dennoch eigentlich nicht viel gewonnen.
Zumindest nicht im Nationalrat. In den Bundesländern punktet sie weiterhin, wie ich auch vorige Woche bei den Gemeinderatswahlen in der Steiermark feststellen musste.
Es scheint, als würden sogar erzkonservative Bauern, die ihr Leben lang stets ÖVP gewählt hatten, auf einmal zur FPÖ umschwenken.
Hier auf dem Land, wo es im allgemeinen weniger um politische Idiologien, Wahlprogramme und dergleichen geht sondern mehr um Beziehungen (die berühmte "Freunderlwirtschaft"), fand
ich die Ergebnisse z.T. schon ungewöhnlich.

Aber auch hier hat längst wieder die allgemeine Wurschtigkeit den Alltag übernommen und in den nächsten 5 Jahren wird sich daran voraussichtlich auch nicht viel ändern.
Praise the evil :twisted: