@Evanahhan: Das fängt manchmal schon im Kleinen an. Ob man z.B. ehrlich bleibt und dafür ne schlechtere Bewertung in Kauf nimmt (hab ich schon gemacht). Eine Nummer größer, weil lebensverändernder war da schon, nicht nachzugeben, als mein damaliger Prof mich zwingen wollte, jeden Kontakt zur schwarzen Szene abzubrechen. Da hab ich mich geweigert und am Institut publik gemacht, dass der Herr meiner Meinung nach zu weit ging. Was mich letztlich die angestrebte Karriere in der Paläontologie gekostet hat und ja, dieses Risiko war mir bewusst. Auch meine damalige Beziehung fiel dieser Entscheidung letztlich zum Opfer. Das ist mit nichts zu vergleichen, was Menschen in echten Diktaturen erleiden müssen, aber gemessen an unseren Alltagserfahrungen waren das schon harte Folgen. Meine Mitstudierenden haben mir sehr deutlich gemacht, dass sie sich an meiner Stelle lieber weggeduckt hätten. Ich hab gesagt "Ich wehre mich nicht nur für mich, sondern letztlich für jeden der nach mir kommt."
Ich würde jederzeit wieder so handeln. Angesichts der Weltlager denke ich schon länger darüber nach, was das für meine Familie und mich bedeuten könnte....und wie ich zumindest meinen Sohn vor Schaden bewahren könnte. Ich muss zugeben, diese "Hier stehe ich und kann nicht anders"-Dinger sind schwieriger, wenn man auch noch ein Kind mitdenken muss. Das war damals einfacher, so ohne Nachwuchs.
Aber ja....solche Dinge hab ich von meinem Vater. Meine Mutter weiß glaube ich bis heute nicht, ob sie das gut oder schlecht finden soll, weil sie halt immer den Ärger sieht, den man sich damit natürlich einhandeln kann.
Habt ihr Vorbilder?
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