Fanchen hat geschrieben: ↑Sonntag 21. April 2024, 21:44
Der Planet ist nicht "überladen", es gäbe genug Nahrung für alle.
In der Tat. Aber Nahrung ist nicht alles.
Was, wenn alle Menschen auf diesem Planeten unseren westeuropäischen Lebensstandard leben wollten? Die Menschheit müßte deutlich mehr Energie aufwenden, würde deutlich mehr Müll produzieren, die Umwelt deutlich mehr belasten -- weil wir unseren Lebensstandard ganz ehrlich gesagt nur deshalb finanzieren und halten können, weil wir, um Kosten zu sparen und die Sache finanziell überhaupt erschwinglich zu machen, unsere Umwelt versauen. Würde es die Umwelt aushalten, wenn wir das noch einmal um einen Faktor zehn hochdrehen?
Technisch wäre besserer Umweltschutz schon längst machbar. Aber Umweltschutz ist teuer. Wesentlich teurer als die vielzitierte Kugel Eis. Um ihn bezahlen zu können, müßten wir bei gleicher Arbeitsleistung auf unseren derzeitigen Lebensstandard verzichten. Und das macht niemand freiwillig -- und schon gar nicht jemand, der sich in Konkurrenz zu anderen sieht. Spieltheorie und so. Und das ist meiner Meinung nach der Grund, weshalb das nichts wird, nichts werden
kann mit der Rettung des Weltklimas. Am Ende werden wir alle verlieren.
Trotzdem bin ich der festen Überzeugung, daß es weiter gehen wird mit der menschlichen Zivilisation. Ein Blick in die Geschichte zeigt, daß wir uns auch nach jeder noch so großen Katastrophe berappelt haben und anschließend besser dastanden als jemals zuvor -- auch wenn das manchmal ein paar Jahrhunderte gedauert hat.
Kaum zu glauben, aber es hat über 1200 Jahre gedauert, bis eine moderne Bibliothek wieder in etwa so viele Schriften beherbergte wie die antike Bibliothek von Alexandria. Aber alleine die deutsche Version von Wikipedia dürfte inzwischen ein Vielfaches des Wissens bereitstellen, das damals in Alexandria zu Verfügung stand.