Ich glaub das ist eher eine Altersfrage ob man den Herrn Richard D. James kennt. Mit der schwarzen Szene hat er ja eigentlich eher nix zu tun.

(Was nichts dran ändert dass er ziemlich großartige Sachen gemacht hat, sofern man sich für elektronische Musik begeistern kann jedenfalls).
Lieblingsvideos find ich eh etwas schwierig - viele von den besseren sind komplett szenefremd (also für das Forum eher ungeeignet) oder voll mit Sex oder Gewalt oder beidem (dadurch ebenfalls für das Forum eher ungeeignet) ...
Ja gut, hat bis jetzt hier auch keinen wirklich gestört wenn sogar gewöhnlicher Metal gepostet wird, aber ich glaub ich bin da etwas picky.

Ich glaub es liegt dran, dass Videos halt ziemlich teuer zu produzieren sind und man zumindest im Ansatz Erfolg haben muss, um die zu finanzieren. Und da die meiste Szenemusik nicht wirklich mainstreamig ist fehlt es da einfach an der Kohle. Drum stehen die Künstler oft etweder nur rum und spielen, oder es werden ein paar harmlose Bilder gezeigt, und sonst passiert einfach nicht viel ...
Z.N.S. von den Neubauten sollte aber halbwegs passen (
Link). Der gezeigte Tanzstil nennt sich Butoh und ist ziemlich abgefahren, für die, die sich für sowas interessieren. Ganz, gaz kurz sieht man mal Brüste, was bei zeitgenössischem Tanz und Theater ja eigentlich sowieso ziemlich oft vorkommt und im Normalfall niemanden kratzt, aber vorsichtshalber sag ich es trotzdem.
Von Nancy Transit gibt's auch ein nettes Video, das Lied heißt High Castle (
Link). Die schwirren irgendwo so zwischen Postpunk und Indie-Rock rum, also immerhin in den Randgebieten der schwarzen Szene. Aber visuell find ich es einfach umwerfend. Wie ein niederländisches Lebensmittel-Stilleben teilweise, sehr Vanitas-orientiert und dadurch natürlich auch sehr gruftig. Dekadenz und Verfall sind ja zwei meiner liebste Themen. Und der großartige Hermes Phettberg spielt mit, spärlich bekleidet. Was ebenfalls sehr zum Vanitas-Thema passt. Grade im Zeitalter der ekelhaften Insta- und Tiktok-Filter halte ich es für wahnsinnig wichtig, dem schaurigen Jugend-und Schönheitswahn etwas entgegenzusetzen. Was ja immer schon ein Schwerpukt der schwarzen Szene war und immer noch ist, zumindest außerhalb des kommerziellen Bereiches.
Teilweise ist es ein kleines bissi kinky, aber nicht schlimm. Das meiste ist sowieso eher impliziert. Bei ca. 1:55 hat mal wer einen Fuß im Mund, aber nur ganz kurz.