Würde ich jetzt auch nicht für abwegig halten, dass der ein oder andere schlicht aus dem Gedanken des Tabubruchs heraus agiert hatte. Bzw. Bruch mit gesellschaftlichen Vorgaben oder eben Rebellion. Damals hat sowas ja noch eher angeeckt.Graphiel hat geschrieben: ↑Mittwoch 28. Januar 2026, 09:40 Wie stark der Einfluss von LGBTQ im Vergleich zu den 80er Batcaverjahren ist kann ich natürlich auch nicht sagen, aber ich halte den Gedanken von @Archy für durchaus plausibel....
Selbst wenn dahinter bestimmt nicht immer echte queerness gesteckt haben wird![]()
Nachwuchs, oder Wie sieht es heute aus mit der Jugend?
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Archy
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Re: Nachwuchs, oder Wie sieht es heute aus mit der Jugend?
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Black Alice
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Re: Nachwuchs, oder Wie sieht es heute aus mit der Jugend?
Sicherlich gab es schon immer den einen oder anderen der Tabus gebrochen hat, aber es war in der Szene kaum sichtbar. Also ich habe da kaum was in der Richtung gesehen. Es mag in bestimmten Gegenden krasser gewesen sein, aber das kann man nicht auf die gesamte Szene projizieren.
Die einzige Szene, die von der LGBTQ durchzogen war, das war die Disco Szene in den USA, aber nicht bei uns. Ich kann mich an eine extrem LGBTQ feindliche Gesellschaft erinnern, auch in Discos, in allen Szenen. Das hat sich erst in den 80er Jahren so ganz langsam entspannt, in Ballungsräumen eher als in der Provinz. Dumme Sprüche gab es bis weit in die 90er hinein und haben bis heute nicht ganz aufgehört, im Gegenteil. In der heutigen Jugend nimmt Qeerfeindlichkeit und Antisemitismus wieder zu. Die einzigen die ich damals gesichert gesehen habe die mit Geschlechtern gespielt haben, waren die Romantics, aber nicht, dass sie die Geschlechterrollen aufbrechen wollten, sondern um die Freiheit zu haben auch den Look des anderen Geschlechtes übernehmen zu können. Natürlich haben sie damit provoziert. Man darf die Vergangenheit nicht all zu viel verklären. War eine Scheiß Zeit für alle außerhalb der Norm.
Die einzige Szene, die von der LGBTQ durchzogen war, das war die Disco Szene in den USA, aber nicht bei uns. Ich kann mich an eine extrem LGBTQ feindliche Gesellschaft erinnern, auch in Discos, in allen Szenen. Das hat sich erst in den 80er Jahren so ganz langsam entspannt, in Ballungsräumen eher als in der Provinz. Dumme Sprüche gab es bis weit in die 90er hinein und haben bis heute nicht ganz aufgehört, im Gegenteil. In der heutigen Jugend nimmt Qeerfeindlichkeit und Antisemitismus wieder zu. Die einzigen die ich damals gesichert gesehen habe die mit Geschlechtern gespielt haben, waren die Romantics, aber nicht, dass sie die Geschlechterrollen aufbrechen wollten, sondern um die Freiheit zu haben auch den Look des anderen Geschlechtes übernehmen zu können. Natürlich haben sie damit provoziert. Man darf die Vergangenheit nicht all zu viel verklären. War eine Scheiß Zeit für alle außerhalb der Norm.
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Archy
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Re: Nachwuchs, oder Wie sieht es heute aus mit der Jugend?
Reden wir noch immer von der Schwarzen Szene? Den Gothics, Gruftis, Schwarzkitteln, Batcavern ect.pp.....was es da auch immer für Bezeichnungen und Gruppierungen gibt?Dumme Sprüche gab es bis weit in die 90er hinein und haben bis heute nicht ganz aufgehört, im Gegenteil. In der heutigen Jugend nimmt Qeerfeindlichkeit und Antisemitismus wieder zu.
Dass da die Feindlichkeit untereinander, in Bezug auf Antisemitismus und Queerness, zugenommen hat, empfinde ich absolut nicht so. Sowohl die Künstler als auch die Szene haben sich, seit der Zeit wo ich Teil von bin, schon immer gegen Nazis und dergleichen ausgesprochen. Auch in ihrer Musik thematisiert! Und das hat in heutiger Zeit eher zugenommen.
Wie oft gibt es Diskussion über den Neofolk? Und Sowohl die Szeneleute als auch die Musiker sind über die ganze Erdkugel verstreut. Das beißt sich doch total.
Und sicher gibt es Regionale Unterschiede und auch Schwarze Schafe, aber das wird gewiss ein minimaler Teil sein.
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Black Alice
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Re: Nachwuchs, oder Wie sieht es heute aus mit der Jugend?
Ja, es ist nicht alles eitel Sonnenschein.
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Graphiel
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Re: Nachwuchs, oder Wie sieht es heute aus mit der Jugend?
Die Szene ist in ihrer Gesamtheit sicherlich auch nur ein Abbild des gesellschaftlichen Durchschnittes und wenn dieser konservativer wird (von rechtsextrem will ich mal noch nicht schreiben), dann spiegelt sich das auch irgendwo in Teilen der Szene wieder. Dennoch kann ich aus meinen eigenen Erfahrungen heraus nicht sagen, dass mir unter den Altgrufties der 80er und frühen 90er besonders viel fragwürdiges Gedankengut untergekommen sei. Hier und da mal ein mehr oder weniger geschmackloser Altherrenwitz, oder ein "Gendern finde ich doof", aber dann hört es ehrlich gesagt schon wieder auf. Da müsste ich nun wirklich lügen, wenn ich bestätigen sollte dass mir besonders viele Leute mit einem eindeutig rechten Weltbild unter die Nase gekommen sind.
"Sowas kann doch nur Leuten einfallen, die in Assoziationsspielchen neben Hund, Katze und Maus auf "Hmm.... Schwingschleifer!" kommen, oder?" - Barlow
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Archy
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Re: Nachwuchs, oder Wie sieht es heute aus mit der Jugend?
Dennoch kann ich aus meinen eigenen Erfahrungen heraus nicht sagen, dass mir unter den Altgrufties der 80er und frühen 90er besonders viel fragwürdiges Gedankengut untergekommen sei.
Unterschreibe ich so.
Vorallem weil sich (gefühlt) heute in der Szene noch deutlicher mit Themen wie Andersartigkeit oder Patriarchat auseinandergesetzt wird. In meinen Augen ist man in der Szene keineswegs mehr leise und unpolitisch. Ich nehme vorallem hier im Umland die Szene und Menschen als aktiv wahr.
Und nur weil jemand jetzt kein Bock auf gendern hat oder sagt es ist "To much", ist man Menschen der LGBTQ Gemeinschaft nicht feindlich gegenüber gestellt. Oder spricht ihnen die Daseinsberechtigung ab.
Wenn ich zum Beispiel von Ärzten spreche, dann von der Mehrzahl und da gehören Männer, Frauen oder Divers gleichermaßen rein. Ich nehme das Wort einfach nur nicht in seine Bestandteile auseinander
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Evanahhan
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Re: Nachwuchs, oder Wie sieht es heute aus mit der Jugend?
Übers Gendern hatten wir hier ja schon mal vor nicht allzu langer Zeit geschrieben, das will ich nicht noch mal alles wiederholen.
Aber da mich kürzlich jemand darauf hingewiesen hat, dass es hier einen kulturellen Unterschied zwischen Ost und West gibt, hier mal ein Auszug aus dem Wikipedia-Artikel zum Generischen Maskulinum:
Ich denke mal, das ist der Grund, dass bei uns im Osten viele eben doch beim generischen Maskulinum die weibliche Form mitdenken. Je mehr gegendert wird, umso weniger wird das natürlich mitgedacht.Für das Deutsche wurden in den späten 1970er und den beginnenden 1980er Jahren in der Bundesrepublik Deutschland von Bundesministerien im Rahmen von Bestrebungen zur Gleichstellung von Mann und Frau für viele Berufsbezeichnungen movierte Formen neu geschaffen und dann lexikalisiert. Gegensätzlich verlief die Entwicklung in der DDR, wo bewusst im Rahmen der Gleichberechtigung auf movierte Berufsbezeichnungen verzichtet wurde.
„Worte können sein wie winzige Arsendosen: Sie werden unbemerkt verschluckt, sie scheinen keine Wirkung zu tun, und nach einiger Zeit ist die Giftwirkung doch da.“
Victor Klemperer, LTI
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Fanchen
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Re: Nachwuchs, oder Wie sieht es heute aus mit der Jugend?
Das Gender-Thema habe ich verschoben, es darf gerne hier weiter diskutiert werden.
"If you ignore the rules people will, half the times, quietly rewrite them so that they don't apply to you."
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