Alles fing damit an, dass ich mal wieder ein Ticket für ein Konzert kaufen wollte. Die Herrschaften nennen sich Schtum, ich hab sie schon gesehen und sie machen ganz spaßigen Krach. Und auf
der Seite fielen mir folgende Sätze auf: "Für das Konzert im REAKTOR ist eine Verlagerung des Tonspektrums von den Tiefen, die bisher prägend für schtum waren, hinzu den Höhen geplant. Das ist (...) pragmatischen Gründen wie der Einhaltung behördlich vorgeschriebener Schallemissionen geschuldet." Und ich hab natürlich sehr lachen müssen, weil das eine absurd gestelzte Ausdrucksweise für eine recht triviale Sache ist. Der ganze Text geht eh in die Richtung, aber das war ein Highlight.
Ich versteh ja, dass Neue Musik auch eine neue Sprache erfordert um drüber zu reden. Und auch spezielles Fachvokabular. Unter Fachleuten ist das vollkommen angemessen. Die beiden unterrichten ja auch an Musik-Unis, da passt das absolut hin.
Aber, Leute, wenn ihr ein größeres Publikum anziehen wollt dann müsst ihr die Sprache anpassen! Sonst hört ihr euch an wie elitäre Ekel!

Es gibt natürlich durchaus solche prätentiösen Schnösel, die ganz gezielt und mit Absicht durch ihren Sprachgebrauch den ungewaschenen Mainstream-Pöbel abschrecken wollen, aber die sind in der Neuen Musik ja glücklicherweise eher selten. Die haben da eher Parallelen zur Klassik, wo die Leute sich wirklich alle erdenkliche Mühe geben auch Menschen zu erreichen, die mit derartiger Musik weniger am Hut haben.