Eine weitere EP, welche ich hier kurz ansprechen möchte, ist "Krieg"
https://open.spotify.com/album/0eCPc8P6 ... nmojWCG3QA
Grundkonzept war die Frage, ob es so etwas wie einen "schmutzigen" oder eben einen "sauberen" Krieg überhaupt geben kann.
Für wen, für was ziehen Soldaten tatsächlich in die Schlacht und opfern bereitwillig ihr Leben?
Die Lyrics zu "Krieg" habe ich einem kleinen Büchlein mit Aphorismen entnommen, welches ich am Ende meines Zivildienstes geschenkt bekommen habe.
Auch wenn es sich heute kaum noch jemand vorstellen kann: Mitte der 90er Jahre war es noch so, dass man den Kriegsdienst an der Waffe (besser bekannt als Grundwehrdienst) nur aus Gewissensgründen
verweigern konnte und stattdessen - sofern das Ansuchen vom Kreiswehrersatzamt anerkannt wurde - ersatzweise Zivildienst machen durfte. Die Kriegsdienstverweigerung musste nachvollziehbar begründet werden.
Also habe ich eine Art Aufsatz geschrieben und bis ins kleinste Detail dargelegt, warum ich keinen Bock habe, andere Menschen zu ermorden. Ich habe Tucholsky zwar nicht wörtlich zitiert, aber umschrieben.
Ich habe meine Eindrücke und Erfahrungen aus Kindertagen niedergeschrieben, da mein Opa im 2. Weltkrieg an der Ostfront ein Bein verloren hatte und den Rest seines Lebens quasi ein Krüppel war.
Ich denke viel über Kriege und deren Sinnlosigkeit nach.
Naja und einen Teil dieser düsteren Gedanken hab ich halt in die Songs auf dieser EP gepackt.
Die "schmutzige" und die "saubere" Version von "Krieg" ergänzen einander. Der Anfang des einen Songs ist zugleich das Ende des anderen.
Der Song "Der Soldat" ist ein vertontes Gedicht, dass ich in einen relativ simplen EBM Track verpackt habe.
Den Song "Frieden" habe ich - mehr oder weniger zufällig - fertiggestellt, als Russland die Ukraine überfallen hat und die Gefahr eines nuklearen Schlagabtauschs plötzlich wieder sehr real wurde.
Mir ist bewußt, dass die Songs nicht sonderlich schön klingen.
Aber Krieg ist eben nicht schön.