Wahlen

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Phönix75
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Re: Wahlen

Beitrag von Phönix75 » Mittwoch 29. Mai 2019, 07:10

Wie Satire aufgenommen und verstanden wird, sieht man immer wieder bei den "Leserbriefen" beim Postillon. Da frage ich mich dann immer, warum die sowas abonniert haben, wenn sie Satire nicht verstehen. Das ist in etwa so, wie ich live erlebt habe, dass man sich über diverse Gags von Dietmar Wischmeyer echauffiert. Ich weiß doch, was mich da erwartet und wenn ich es nicht verstehe und nicht den dafür notwendigen Humor aufbringen kann, dann bleibe ich doch der Veranstaltung fern. Sicher ist manches grenzwertig und auch zynisch, aber so ist nun mal die Realität.

Ich glaube aber auch nicht, dass Die Partei jemals weit über 5% kommen würde. Das sind meistens nur Strohfeuer. Klar, Sonneborn und Semsrott können sicher auch ernsthaft und vielleicht ist es wirklich eine gute Mischung, dass auch mit einem Zacken bösen Humor zu versehen, aber das Verständnis der Bürger dafür ist zu gering.
Nichts ist, wie es scheint.

blacksister´s ghost
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Re: Wahlen

Beitrag von blacksister´s ghost » Mittwoch 29. Mai 2019, 09:27

Den Gedanken von "der Partei" kann ich schon ganz gut nachvollziehen.
Wie gesagt, wir hatten zur Stadtratwahl ja auch ein paar Kanidaten von dort. Da is von Vorn herein gesagt wurden, sie verschreiben sich jetzt keinen Themen, sondern schauen, wenn´s soweit is, was ansteht. Find ich besser als voreillige Versprechen zu machen um diese dann nich zu halten. Was ja so gesehen, bei vielen Bürgern den Unmut gegenüber den großen Parteien geschürt hat. Leere Worte...keine Taten.
Wobei ich aber sagen muß, als ich die ersten Wahlplakate sah und noch nich diese Aussage kannte, doch etwas verwirrt war. Mir war klar, dass das nich ernst gemeint sein kann, aber auf den ersten Blick war eben nich klar, was deren Strategie is. Dort liegt vll. auch der Hund begraben. Mit denen und ihrer Partei muß man sich erstma befassen, bei vielen anderen bekannten is klar wofür sie stehen und ich denke, die wenigsten sin bereit, erst großartig über eine Partei zu recherieren.

Blackshiro
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Re: Wahlen

Beitrag von Blackshiro » Mittwoch 29. Mai 2019, 09:47

Ist halt die Frage, ob sie das weiterhin genau so machen werden, das meinte ich.
Natürlich, derzeit und bisher war die Partei eine reine Protestpartei für eher links orientierte. Haben sie auch nie bestritten.

Aber grade im letzten Wahlkampf konnte man eben beobachten, dass die Partei an Bedeutung gewinnt, es wurde viel mehr drüber geredet, in vielen Wahl-Balkendiagrammen tauchte die Partei nicht mehr unter 'Sonstige' auf.

Ich kann mir eben durchaus vorstellen, dass sie in den nächsten Jahren ein Profil entwickeln bzw. schärfen, dass man auch versteht, wenn man sie nicht kennt. Bleibt abzuwarten, ob das tatsächlich passiert.

Ich rechne natürlich auch nicht damit, dass die Partei mal eine große Volkspartei wird - aber die Linken, die Piraten und mittlerweile auch die Spaßpartei FDP haben oft auch nicht nennenswert mehr als 5%, etabliert sind sie trotzdem. Und ab der nächsten Wahl kann die SPD sich mit vielleicht zu dieser Gruppe der 'So 'n paar Prozente' ja auch einreihen.
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Wanderfalke
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Re: Wahlen

Beitrag von Wanderfalke » Donnerstag 30. Mai 2019, 02:46

Mir ist Politik zu wichtig, um sie nicht ernst zu nehmen. Der satirische Blick auf die Politik ist oft erhellend und entlarvend, die (in der Regel ungewollten) satirischen Auswüchse der Realpolitik dafür beschämend. Bislang kann ich der "Partei" deshalb nichts abgewinnen.

Zurück zum Thema: Ich habe - wie jedesmal - meine Stimmen (dieses Mal zur Europawahl, aber auch zum Stadtrat, dem Ortsteilbürgermeister und dem Ortsteilrat) im Vorfeld per Briefwahl abgegeben: Ich mag einfach nicht in irgendwelchen nach alter Kohlsuppe und pubertärem Schweiß stinkenden Schulgebäuden wählen.
In mehrfacher Hinsicht war diese Entscheidung goldrichtig: Wegen der Mammutstimmzettel dauerte der Wahlprozeß so lange, daß in dieser Stadt laut Medienberichten wenigstens 150 Wähler ihre Stimme am Wahlsonntag nicht mehr abgeben durften, weil sie bei Schließung der Wahllokale zwar in der Schlange davor anstanden, aber eben nicht innerhalb des Wahlbüros, sondern außerhalb. Das mag (laut Wahlleiter) gesetzlich legal sein, ich würde mich aber trotzdem um mein Recht betrogen fühlen!
Das Ausfüllen der Stimmzettel in Ruhe zu Hause erlaubte mir auch, parallel via Internet die Kandidaten des Ortschaftsrates besser kennenzulernen, so daß meine Kreuze nicht zum Lottospiel wurden.

Die Ergebnisse der Wahl(en) überraschen mich nicht sonderlich, auch wenn ich das starke Abschneiden der rechten Parteien hier im Osten bedenklich finde. Alles nur Dumme, Enttäuschte, Protestwähler? Sicher nicht.
In meiner Stadt kann ich mit den Ergebnissen zufrieden sein: Die Europawahl gewann die "Grünen" vor "CDU" und "Linken", die "AfD" landete schon abgeschlagen auf dem 4. Platz, knapp vor der "SPD". "Die Partei" hätte mit gut 5% auch die Hürde für nationale Wahlen genommen. Die Kommunalwahl entschied "Die Linke" knapp vor den "Grünen", die gemeinsam mit der "SPD" auf gut 52% der Stimmen und damit eine Mehrheit von zwei Sitzen im Stadtrat kommen. Die "AfD" rangierte mit 10% unter dem Bundesdurchschnitt.
Damit sollte eine soziale und ökologische Politik möglich sein und die teils krude Politik unseres "FDP"-Oberbürgermeisters wird in die Schranken gewiesen, der gegen die Stimmen der "Linken" und "Grünen" auf die Unterstützung aller anderen im Stadtrat vertretenen Parteien angewiesen ist.
"Das Leben ist wie ein Fahrrad. Man muß sich vorwärts bewegen, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren."
(Albert Einstein, beinahe "Friedensfahrt"-Teilnehmer)

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